Wer traut sich? Teil 1

Alle hätten gewinnen können!

Am 6. August 2013 war es soweit. Sechs aussichtsreiche Kandidaten, die von der Redaktion ausgewählt wurden, traten zu unserem Projekt „Wer traut sich?“ an.

Die Kandidaten waren

Berndette Schwarz – Jagdscheinanwärterin, Sabine Baschke – Jagdscheininhaberin mit wenig Kenntnissen, Andreas Heuveldop – Jagdscheininhaber mit leichten Kenntnissen, Thomas Link – Keine Kenntnisse, Thorsten Malcherek – Sportschütze mit leichten Kenntnissen, Thomas Kami­nski - Sportschütze mit leichten Kenntnissen

Jetzt könnte man sagen, dass diejenigen, die schon leichte Kenntnisse aufwiesen einen Vorteil hatten. Das war definitiv nicht so, aber dazu später.

Lockerer Start

Bei einem kleinen Frühstück haben sich erstmal alle vorgestellt und diverse Flintengeschichten zum Besten gegeben. Da konnte man schon merken, dass irgendwie alle mit der derzeitigen Situation unzufrieden sind und sich alle verbessern wollen. Nur wie?

Der einzige, der ohne Vorbelastung an dem Termin teilgenommen hatte, war Thomas Link. Er hatte vorher einmal für eine Stunden eine Flinte in der Hand gehabt und war schon vom Flintensport-Virus infiziert.

Man konnte direkt merken, dass die Gruppe gut zusammenpaßte und es ein schöner Tag werden würde.

Während des Frühstücks wurde dann schon mit dem theoretischen Teil des Grundlagenseminars begonnen. Dazu gehörte das Ausräumen von Vorurteilen und irgendwelchen goldenen Regeln wie z. B., dass man erst einen Eisenbahnwaggon Schrot verschossen haben muss, bis man ordentlich trifft. Danach wurde der Ursprung der CPSA-Methode erklärt und die Vorgehensweise für den Tag besprochen.

Alle, bis auf Thomas Link, hatten ihre eigenen Flinten dabei. Er bekam eine Beretta 692, die zwar nicht auf ihn geschäftet war, aber so einigermaßen paßte.

Der Anschlag

Sehr intensiv wurde auf den Anschlag eingegangen. Detlef Riechert erklärte sehr genau die vier Punkte, die man berücksichtigen muss um in einen perfekten Anschlag zu kommen. Rechte Hand, linke Hand, Jochbein und Schultertasche. Wenn man dann noch über die Schiene anvisieren kann, passt die Flinte. In einem Fall war die Flinte so unvorteilhaft beschaffen, dass auf dem Stand noch mit einem Gel-Kissen von Beretta eine Korrektur vorgenommen werden musste, da ansonsten der Misserfolg vorprogrammiert wäre. Keiner der Kandidaten hatte übrigens eine geschäftete Flinte, was für sich spricht.

Jeder einzelne musste in den Anschlag gehen um mit Detlef Riechert diesen zu überprüfen und ggf. zu korrigieren.

Augendominaz

Bei drei Kandidaten wurde beim Anschlag eine problematische Augendominanz festgestellt. Wenn das linke Auge dominant ist, und man mit dem rechten zielt, ist Treffen unmöglich. Mit dem RedEye oder der bewährten Labello-Methode wurden alle Kandidaten versorgt und somit hatten alle die gleichen Voraussetzungen.

Krimskrams-Kiste

Für alle Fälle gab es eine Kiste mit Schießbrillen, RedEyes, Gelkissen und was der aktive Flintenschütze sonst noch so braucht. Jeder konnte sich für den Tag nehmen, was er wollte. An der Stelle kam zum ersten Mal die Frage auf, was „Frau“ so auf dem Schießstand trägt.

Die ersten Schüsse

Die ersten Schüsse wurden auf eine senkrecht aufsteigende Taube abgegeben. Das hatte den Vorteil, das man zu diesem Zeitpunkt noch nicht mitschwingen brauchte, sondern einfach nur in den Anschlag gehen musste, der vorher umfangreich erläutert wurde.

Bei dieser Übung wurde deutlich, wie wichtig es ist, eine passende Flinte zu haben, da erst nach einem Signal von Detlef Riechert in den Anschlag gegangen werden sollte, obwohl die Taube schon flog. Und siehe da, alle hatten nach ein paar Schüssen den (fast) perfekten Anschlag raus und trafen ganz ordentlich. Mit der passenden Flinte brauchte man nur auf die Taube zu „zeigen“ und der Rest klappte wie von selbst.

Die Flinte als Zeigestock

Das war immer wieder das Thema. Wenn man in einem perfekten Anschlag ist und mit der Flinte bzw. mit der linken Hand bei Rechtshändern auf das Ziel „zeigt“ kann man nur treffen. Zielen wird dann eher zur Nebensache. Bis alle an diesem Ziel waren und alte „Macken“ ausgebügelt waren ,schlug es auch schon 13 Uhr und die Veranstaltung musste für zwei Stunden pausieren.

Mit einem deftigen Mittagessen und vielen  Flintengesprächen verging die Zeit wie im Flug und gegen Ende der Mittagspause wurde mit dem theoretischen Teil weitergemacht.

Reitsport vs. Flintensport

Im theoretischen Teil wurde nun das Schwingen mit der Taube besprochen. Um die Verbindung bzw. den Sichtkontakt mit der Taube und dem Schützen zu verdeutlichen, wurde ein Beispiel aus dem Reitsport angewandt.

Wie ein Pferd an einer langen Leine des Trainers, nimmt der Flintenschütze Kontakt mit der Taube auf. Siehe S. 18

Der richtige Schwung

Um das Mitschwingen richtig zu erlernen, wurden dann ein paar Tauben mit einem Kreis aus Daumen und Zeigefinger benutzt, um die Taube kurz nach dem Verlassen des Niederhauses aufzunehmen und dann bis zum Hochhaus zu begleiten.

Nach ein paar Trockenübungen wurde dann die Übung erweitert und alle Teilnehmer sollten dann auf den letzten Metern um das Vorhaltemaß von der Taube wegschwingen und mit einem lauten „Bum“ signalisieren, wann sie schießen würden.

Danach wurde das dann auch direkt mit der Flinte umgesetzt, und alle schossen auf die Niederhaustaube von Stand zwei, um das Erlernte umzusetzen.

Nach einiger Zeit trafen alle wieder ganz ordentlich und es war an der Zeit, die beiden Kandidaten für unser Projekt auszuwählen.

Der Cup 

Es war klar, dass jeder ein Traumkandidat war, und im Laufe des Tages zeigte sich schon wer etwas besser mit der Flinte zurecht kam und wer noch Startschierigkeiten hatte. Es war aber auch klar, dass jeder der Teilnehmer das Zeug hatte, zu Gewinnen, da das Leistungsniveau bei allen Teilnehmern fast auf dem gleichen Stand war. Aber die Nerven und die Konzentration spielten halt auch noch eine Rolle.

Da die Zeit knapp wurde, einigte man sich auf vier Situationen. Es gab einen Übungsschuss und dann wurden drei Schüsse gewertet. Zuerst gab es eine Trap-Taube von der Bunkerkante, dann gab es eine „fiese“ tief fliegende Taube von links nach rechts, dann kam der Rollhase und dann nocheinmal die Trap-Taube.

Unglaublich Spannend

Eins vorweg: Bei den Damen sowie bei den Herren entschied der letzte Schuss.

Nach der ersten Runde lag bei den Damen Sabine Baschke mit 2:1 vorne und bei den Männern lag Thomas Link als absoluter Flintenneuling mit drei Treffern vorne. In der vierten und letzten Runde lagen alle Teilnehmer bis auf einen Punkt alle zusammen. Nun spielten die Nerven eine große Rolle, und bei den Damen zeigte sich Sabine Baschke nervenstark und sie gewann mit einem Punkt Unterschied. Bei den Männern behielt Thomas Kaminski einen kühlen Kopf und gewann mit sieben von zwölf möglichen Treffern. 


Platzierung Damen:

Sabine Baschke
5 von 12

Bernadette Schwarz
4 von 12

Platzierung Herren:

Thomas Kaminski
7 von 12

Thomas Link
6 von 12

Thorsten Malcherek
6 von 12

Andreas Heuveldop
5 von 12


 

Wie man sieht, war es denkbar knapp und erst der letzte Schuss entschied wer in Zukunft mit der Redaktion zusammenarbeiten wird. An dieser Stelle möchten sich Detlef Riechert und Dominik Allartz bei allen Teilnehmern herzlich bedanken. Jeder hätte gewinnen können, das steht einwandfrei fest. Am Ende des Tages waren alle Teilnehmer auf dem gleichen Niveau. Letztendlich haben etwas Glück und Nerven den Mini-Flinten-Cup entschieden.  

Thomas Kaminsiki konnte sein zukünftiges Werkzeug, eine Beretta 692, die von Manfred Alberts zur Verfügung gestellt wurde, direkt mitnehmen. Sabine Baschke muss noch eine passende Flinte von Browning mit Detlef Riechert zusammen aussuchen.

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