Vom 22. Merkel-Cup auf dem Suhler Friedberg

Zack – ist schon wieder ein Jahr um ... Erstes Juli-Wochenende = Merkel-Cup. Darauf freuen sich viele begeisterte Flintenschützen aus ganz Deutschland. Nachdem im letzten Jahr nur 91 Teilnehmer am Start waren und vielfach über die stark verbesserungswürdig erscheinende gastronomische Versorgung diskutiert wurde, war bereits am Anreisetag etwas Anspannung zu spüren. Wie wird es in diesem Jahr sein?

Das Positive vornweg: Mit insgesamt 100 Teilnehmern gab es eine deutliche Steigerung und mit 15 Damen so viele wie seit 2014 nicht. Ursprünglich lagen sogar 112 Meldungen vor. Einige hatten kurzfristig abgesagt (kann vorkommen), aber einige waren einfach nicht erschienen – das ist dann nicht fair!

 

Wie auch in den letzten Jahren wurden am ersten Wettkampftag je 25 Scheiben auf den drei oberen Ständen als Compak geworfen. Wie im letzten Jahr von vielen angeregt, waren die Maschinen in ihren Positionen leider nicht verändert worden. Startbeginn für die ersten Rotten um 8:30 Uhr. Wie immer fand parallel zum Hauptwettkampf der beliebte Team-Wettbewerb auf Stand 4 statt: Zwei Schützen beschießen aus dem jagdlichen Anschlag erst eine, dann zwei, dann drei und schließlich vier zugleich geworfene Scheiben. Das ganze 3-mal – macht 30 Scheiben. Das Duo mit den meisten Treffern gewinnt – fertig. Das dabei eingenommene Startgeld wird in jedem Jahr nach Abzug der Kosten komplett an die besten sechs Teams ausgeschüttet. Eine feine Sache. Auch in diesem Jahr konnte sich jeder, der wollte, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag beim Schießen mit der „Helix“ auf den laufenden Keiler probieren. Hier ging es um nicht weniger als den Gewinn einer dieser modernen Repetierbüchsen. Wie jedes Jahr also volles Programm.

Nach insgesamt recht zügigem Ablauf der 18 Rotten waren alle zeitig genug fertig, um sich im gewählten Quartier noch etwas zu erfrischen. Gegen 19 Uhr trafen sich dann alle zum traditionellen Thüringenabend im Michel-Hotel Suhl. Zur Begrüßung wurde Market Manager Michael Hochmuth nicht müde, das Engagement der Fa. Merkel zur Ausrichtung dieses einzigartigen Wettkampfes zu betonen, aber auch den Einsatz des Teams vom Schießsport Zentrum Suhl und die Arbeit der Kampfrichter zu würdigen.

Wettkampfleiter Frank Günther versorgte zwischendurch die Teilnehmer mit den Ergebnislisten des ersten Tages. Wer wollte, konnte sich schon ausmalen, in welcher Klasse er am Ende wohl landen würde. Die Siegerehrung aus dem Team-Wettbewerb: Vier Teams hatten jeweils 26 Treffer zu verzeichnen. Nach den erforderlichen Stechen siegten wie so oft die Einheimischen Schironski/John und sicherten sich damit den dicksten Umschlag. Zweiter wurde das Team Kramer/Pischke, auf dem dritten Platz landete Heyden/Kramer, dahinter das Team Behrens/Wilhelm.

Langsam machte sich dann Unruhe breit. Schließlich hoffte doch jede(r), dass ihr bzw. sein Name bei der Verlosung des Hauptpreises – einer Merkel BDF 2000 C im Wert von ca. 9.000 Euro! aufgerufen werden würde. Spannung pur, man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen gehört. Direktionsassistentin Anja spielte wieder die Glücksfee, zog das Los und ... Thomas Möller freute sich, wenn auch nicht euphorisch.

Der 54-jährige Jagd- und Sportschütze aus Eschau in Unterfranken, seit 2017 im Besitz einer B-Trainer-Lizenz des DSB, war zum allerersten Mal beim Merkel-Cup und hatte auf Anhieb Glück. Aber auch diejenigen, die an diesem Abend gemeinsam mit ihm am Tisch saßen, durften sich freuen ... Sonntag, zweiter WK-Tag, Startbeginn 9 Uhr für jeweils 2-mal 15 Scheiben jagdlich Trap und Skeet. Also alles wie gehabt. Die besten landeten in Klasse A ganz vorn und alle anderen mussten wie immer auf ein bisschen Glück hoffen.

Ebenfalls wie immer waren vor der Siegerehrung noch etliche Stechen zu absolvieren. Zuerst ging es um die separate Merkel-Wertung. Alle, die mit einer Flinte Suhler Baureihe antraten, kamen in einen Extratopf. Der Wittstocker Enrico Braun hatte ebenso wir Björn Behrens aus Wolfsburg 114 Scheiben getroffen. Erste Scheibe – Treffer Braun – Fehler Behrens – fertig!

Den Sieg holte sich hier Dirk Heyden aus Güstrow mit 115 Treffern. Zweites Shoot-Off. Drei Schützen an der Schnittstelle A/B hatten jeweils 108 Treffer zu verzeichnen. Es ging also darum, zu entscheiden, wer 1. bzw. 2. in Klasse B wird – oder aber Letzter (!) in A. Erste Scheibe, alle treffen. Zweite Scheibe, alle verfehlen. Dritte Scheibe, wieder treffen alle ... Vierte Scheibe: Während Detlef Schulze und ­Alexander Wilhelm treffen, verfehlt Erich Soltau und muss den Gang in Klasse A ­antreten. Gleich danach fehlt Schulze, während Wilhelm trifft und damit die B-Wertung gewinnt.

Beim nächsten Shoot-Off geht es um den Sieg in Klasse C: Kilian Grabenhorst und Johann Naderer haben je 93 Treffer auf dem Konto. Während Naderer gleich die 1. Scheibe verfehlt, trifft Grabenhorst und gewinnt die C.

Beim letzten Stechen geht es ausschließlich um den 3. Platz in der C-Wertung. Alle weiteren Platzierungen bei Gleichstand werden nach dem Gesamtergebnis auf den Parcours-Ständen ermittelt. Während Päsler und Ludwig die erste Scheibe treffen, verfehlen Schmitt, Schmaltz und Krügel und sind damit raus. Die nächste Scheibe wird von beiden verbliebenen Schützen verfehlt, die dritte jedoch nur von Ludwig getroffen, der sich damit den 3. Platz sichert. Den Damen und den WK-Besten ist solch ein Aufwand anscheinend zu viel. Hier stehen alle Platzierungen auch ohne Stechen fest.

Gesamtsieger des Merkel-Cup 2019 wird mit 128 Treffern Lokalmatador Steffen John, der bereits das Feld nach dem ersten Tag mit sage und schreibe 74 Treffern angeführt hatte. Zweiter wird Vorjahressieger Richard Schulte mit 124 Treffern vor Ulf Graßhoff mit 123 Treffern.

Die Damenklasse wird mit großem Vorsprung und zum wiederholten Male von Kristin Sendker Behrens gewonnen, die diesmal 108 Scheiben getroffen hatte. Den 2. Platz belegt Patricia Meier mit 96, den 3. Platz Heike Heyden mit 93 Treffern.

Den Sieg auf den laufenden Keiler und damit auch die „Helix“ holte sich nach Stechen Henrik Pischke. Das eigentlich obligatorische Foto mit allen Einzelsiegern musste diesmal leider ausfallen, weil die Hälfte schon weg war, auch der Gewinner der Merkel-BDF. Sehr schade. Trotzdem war es alles in allem wieder ein schönes WK-Wochenende auf dem Suhler Friedberg bei herrlichem Wetter, mit vielen netten Gesprächen und so manchem kühlen Getränk.

Wäre toll, wenn jetzt noch die Gastronomie wieder zu alter Stärke zurückfinden würde. Ziemlich blamabel, wenn schon eine Stunde vor der Siegerehrung nicht mal mehr ein Kaffee zu bekommen ist ... Aber 2020 wird auch das wieder besser. Bestimmt!

Text und Fotos: Hans-Joachim Raabe