Vergleichswettkampf: Sachsen vs. Preussen

Diesmal wieder in Mutzschen bei Wermsdorf (Sachsen)
Auf der Homepage www.sv-hubertus90ev-mutzschen.de steht: „Wir sind ein kleiner, sehr gemütlicher und geselliger Schützenverein ...“ – Stimmt! Die Anlage existiert bereits seit Ende der 60er-Jahre. Bis zur deutschen Einheit als Skeet-Trainingszentrum der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) in Betrieb, trainierte auch Axel Wegner (Skeet-Olympiasieger 1988) ab und zu hier.

Der Verein wurde schon 1990 gegründet, ein Trap-Stand wurde gebaut. Anfang 2019 kam mit weiteren Wurfmaschinen die Nutzung zum Parcoursschießen (Compak) hinzu. Die Schussektoren bleiben gleich, die Schusszahlen erhöhen sich nicht (nur Skeet oder Compak möglich) - clever gelöst.

Der Verein ist Heimstatt für nur etwa 60 Mitglieder, dennoch sehr engagiert bei der Organisation und Durchführung kleiner Wettkämpfe. Diesmal stand also wieder einmal der Vergleichs-WK Sachsen vs. Preussen (s. auch „dieflinte“ 1/2018) auf dem Programm, der ursprünglich als Wettbewerb zwischen den Ständen Wermsdorf (Sachsen) und Bad Belzig (Preussen) gedacht war.

Mitte November hatten sich dazu 16 Schützen, darunter immerhin drei Damen, auf dem Stand östlich von Leipzig eingefunden. Der üblichen Regelung entsprechend wurden so viele Schützen je Team gewertet, wie die Mannschaft mit den wenigsten Teilnehmern an den Start bringt. Die Preussen traten nur mit sechs Wettkämpfern an, während die Sachsen immerhin zehn aufbieten konnten. Vier Starter mehr = vier Streichergebnisse. Ralf Schönke und sein Team hatten sich große Mühe gegeben, ein anspruchsvolles Layout auf die Beine zu stellen. War es vormittags kühl und eher diesig, kam nachmittags sogar die Sonne hervor. Die Ausrichtung der Anlage nach Süden hin erschwert bei tiefstehender Sonne das Schießen allerdings enorm. Und Mitte November steht die Sonne schon sehr tief.

Hinzu kommt eine unbedingt einzuhaltende Mittagspause. Die Steaks waren zwar äußerst lecker, aber der Zeitplan geriet dann doch erheblich durcheinander. Um die angedachten 100 Tauben zu schaffen, wurden statt der vierten Serie Compak 13 Doubletten Doppeltrap geworfen.

Die Sachsen nutzten schließlich ihren Heimvorteil und siegten diesmal sehr deutlich mit 35 Scheiben Vorsprung. Bei den besten drei Schützen jeder Mannschaft lagen die Preussen zwar sieben Tauben vorn, doch das half am Ende überhaupt nichts. Vier Starter mehr = vier Streichergebnisse.

Aber es bleibt die Erkenntnis, dass es Spaß macht, in geselliger Runde ein paar Wurfscheiben zu beschießen und besser noch – nach Möglichkeit auch zu treffen.

Text und Fotos: Hans-Joachim Raabe