Training mit dem Arrow Laser Shot

In 12 Schritten zum Meisterschützen

Kürzlich las ich, dass Champions nicht im Wettkampf gemacht würden, sondern in den Monaten und Jahren davor. Wie wahr! Wer einmal in der Woche trainiert, wird nie ein Meister werden, egal in welcher Sportart. Manche Schießstände sind aber nur einmal in der Woche geöffnet. Patronen, Wurfscheiben und Standgebühr müssen bezahlt werden. Wohl dem, der sich eine Trainingsmöglichkeit schafft, die nicht viel kostet und jeden Tag zur Verfügung steht: zu Hause, dort, wo man nicht erst hinfahren muss.

Wenn das Training mit einem minimalen Zeiteinsatz möglich ist, wird man die Gelegenheit umso öfter und bereitwilliger wahrnehmen. Wirklicher Fortschritt wird eher durch Kontinuität als durch gelegentlichen, aber dafür massiven Trainingseinsatz erreicht. Wenig, aber oft, ist besser als selten und dann viel. Also, öfter mal den Waffenschrank aufschließen, die Flinte herausnehmen und trocken üben! In der Ausgabe 1/2015 wurde das Arrow-Laser-Shot-System vorgestellt. Ein systematischer und konsequenter Einsatz bringt jeden Flintenschützen in kurzer Zeit auf einen völlig anderen Level. Dabei ist es nützlich, nach einem Plan vorzugehen, der wohldurchdacht ist. Wie in jedem „scharfen“ Training gilt auch hier: Man geht von leicht zu schwer und immer erst dann zur nächsten Stufe, wenn die vorherige beherrscht wird. Ganz am Rande sei angemerkt, dass die Übungen auch ein hervorragendes Krafttraining für die Arme sind! 


Anmerkung

Wenn im Folgenden vom „Schuss“ gesprochen wird, so ist damit die Simulation mit der Stimme im richtigen Augenblick gemeint. Bei allen Übungen muss die Flinte selbstverständlich ungeladen sein!


Schritt 1 – Die Anschlagbewegung auf einen Punkt, Start irgendwo

Die Entscheidung, ob mit der Pivot-Technik oder parallel-synchron angeschlagen wird, muss der Schütze selbst treffen. Eine Empfehlung ist hier nicht zu geben. Jedoch wird man bald bemerken, dass sich Letzteres leichter und intuitiver ausführen lässt. Für die Übung benötigt man nur den Laser, der von vorne in den Lauf gesteckt wird. An eine Zimmerwand heftet man ein schwarzes Schusspflaster, oder einen anderen, gut sichtbaren kleinen Gegenstand. Der Laser ist bei allen, auch den folgenden Übungen auf Dauerbetrieb eingestellt. Im Zeitlupentempo geht der Schütze nun auf den Punkt in den Anschlag, nachdem er zuvor die korrekte Grundstellung eingenommen hat. Die Stellung der Füße, die Haltung des Oberkörpers, die Beugung der Beine können nun mehrfach verändert werden, um herauszufinden, welche Stellung und Körperhaltung es dem Schützen am leichtesten machen, die Seelenachse der Flinte zum Ziel zu führen. Während der Anschlagübungen schaut der Schütze stets auf den schwarzen Zielpunkt, weder auf die Schiene der Flinte noch auf den Laserpunkt. Wir wollen uns mit der Flinte zum Ziel hinbewegen und deshalb sehen wir auch dorthin, und zwar während des gesamten Anschlages. An dieser Stelle ist es noch nicht wichtig, von wo aus man sich dem Zielpunkt annähert. Die Geschwindigkeit der Anschlagbewegung kann langsam gesteigert werden. Immer daran denken: Bei jedem Anschlag geht die Geschwindigkeitsverteilung von langsam zu schnell. Der gute Anschlag ist in der ersten Phase langsam und wird dann immer schneller. Nicht umgekehrt. Das wäre ein unkontrolliertes Reißen der Flinte in den Anschlag, der mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an den gewünschten Fixpunkten enden würde.


Schritt 1 – Die Anschlagbewegung auf einen Punkt, Start irgendwo. Gefragt ist der kürzeste Weg!

Schritt 2 – Die Anschlagbewegung ?auf einen Punkt, Start senkrecht unter dem Zielpunkt

In der nächsten Übung wird der Startpunkt der Seelenachse festgelegt. Er liegt nun senkrecht unter dem Ziel. Dann wird die Flinte so in den Anschlag bewegt, dass sich die Seelenachse (der Laserpunkt) auf gerader Linie vom Start zum Ziel bewegt. Der Abstand des Startpunktes vom Zielpunkt wird schrittweise vergrößert.


Schritt 2 – Die Anschlagbewegung auf einen Punkt, Start senkrecht unter dem Zielpunkt. Auch hier ist der kürzeste Weg gefragt!

Schritt 3 – Die Anschlagbewegung auf einen Punkt, die Seelenachse zeigt während der gesamten Bewegung auf den Zielpunkt

Nun zeigt man, ohne im Anschlag zu sein, bei Beginn der Übung mit der Seelenachse (Laserpunkt) auf den schwarzen Zielpunkt und geht so in den Anschlag, dass der Laserpunkt während der gesamten Anschlagbewegung immer auf dem schwarzen Zielpunkt bleibt. Dann geht man aus dem Anschlag heraus und wieder hinein, wobei der Laserstrahl immer auf dem schwarzen Zielpunkt bleibt. Und so weiter. So lange wie die Kraft das mitmacht …


Schritt 3 – Die Anschlagbewegung auf einen Punkt, die Seelenachse zeigt während der gesamten Bewegung auf den Zielpunkt

Schritt 4 – Die geradeaus ?wegfliegende Traptaube

Jetzt kommt der Projektor zum Einsatz. Er wird so an dem Stativ befestigt, dass der Laserstrahl sich von unten in vertikaler Richtung nach oben bewegt. Das Gerät wird auf Lautsprecherabruf und langsamste Geschwindigkeit eingestellt. Der Schütze gibt ein Stimmkommando und führt danach die Swing-Through-Methode so aus, wie er es auf dem Schießstand tun würde. Grundstellung zur Zielflugkurve ausgerichtet, Laser in der Waffe auf Dauerbetrieb eingestellt, Anschlag durch Heben der Arme ohne jegliche Körperdrehung. Im Augenblick des gewünschten Schusses sagt der Schütze laut Bumm, Peng oder sonst etwas, um den richtigen Augenblick des Schusses zu verinnerlichen. Weiterschwingen! 

Schritt 5 – Die geradeaus wegfliegende Traptaube, Geschwindigkeit der Bewegung des Ziels schrittweise anhebend

Der nächste Schritt ist die schrittweise Anhebung der Geschwindigkeit des Zielpunktes bis zur Höchstgeschwindigkeit.

Schritt 6 – Die von rechts nach links fliegende Skeet-Taube ohne Anschlag

Der Projektor wird nun so am Stativ befestigt, dass sich der Laserstrahl von rechts nach links in horizontaler oder leicht ansteigender Richtung bewegt. Das Gerät wird auf Lautsprecherabruf und langsamste Geschwindigkeit eingestellt. Der Schütze stellt sich in der gewünschten Schussrichtung auf, bestimmt seine Abholpunkte, dreht seinen Oberkörper dorthin und führt die CPSA-Methode durch die Drehung seines Oberkörpers aus, ohne in den Anschlag zu gehen. Der Laserstrahl seiner Flinte bewegt sich dabei stets exakt in der Bahn, die vom Projektorstrahl gezeichnet wird. Der Laser in der Waffe ist auf Dauerbetrieb eingestellt. Geübt wird die methodische Drehung des Oberkörpers und das Zeigen mit der Seelenachse, ohne im Anschlag zu sein. Das wird erst nach gehöriger Übung richtig gut gelingen!

Schritt 7 – Die von rechts nach links fliegende Skeet-Taube ohne Anschlag, Geschwindigkeit der Bewegung des ?Ziels schrittweise anhebend

Die Geschwindigkeit wird am Projektor schrittweise hochgefahren.

Schritt 8 – Die von rechts nach links fliegende Skeet-Taube mit Anschlag

Die nächste Herausforderung besteht darin, die Anschlagbewegung so in die Drehbewegung des Oberkörpers einzubauen, dass diese in ihrem Fluss nicht durch den Anschlag gestört wird. Der Anschlag soll erst kurz vor dem Schuss vollendet sein. Die Geschwindigkeit des Ziels wird zuerst wieder auf die niedrigste Stufe gestellt und danach in kleinen Schritten gesteigert. Drehen sticht Anschlagen! Weiterschwingen nach dem Schuss = weiteres Drehen des Oberkörpers.

Schritt 9 – Die von rechts nach links fliegende Skeet-Taube mit Anschlag, ?aber schrittweise früher schießen

Nun kann man den Schuss (durch die Stimme simuliert) schrittweise früher anbringen. Wieder beginnt man mit der niedrigsten Geschwindigkeitsstufe und steigert allmählich. Das Einzige, was sich ändert, ist die Länge der Synchronstrecke!

Schritt 10 – Die von links nach rechts fliegende Skeet-Taube 

Dann kehrt man die Flugrichtung um. Alle vorherigen Schritte des Rechts-links-Ziels werden analog angewendet. (Der Linksschütze sollte mit der Links-rechts-Taube beginnen und danach die rechts-links Taube bearbeiten.)

Schritt 11 – Andere Methoden 

Als nächstes nimmt man weitere Methoden hinzu – Swing Through und Maintained Lead. Alle früheren Schritte werden mit den neuen Methoden wiederholt.

Schritt 12 – Verschiedene Flugrichtungen

In der letzten Übung kann man die Flug­richtungen des Zielpunkts in beliebige Richtungen einstellen, sodass verschiedene Kurven eines Jagdparcours simuliert werden.

Fazit 

Das Arrow-Laser-Shot-System bietet so viele Varianten, dass man wochenlang immer wieder etwas Neues ausprobieren und trainieren kann. Die tägliche konsequente und kontinuierliche Anwendung führt, richtig ausgeführt, schon nach wenigen Wochen zu einer sichtbaren Leistungssteigerung.

Text: Detlef Riechert?
Bilder: Detlef Riechert
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