Traditionswettkampf um den Merkel-Cup auf dem Suhler Friedberg

Fußball-WM in Russland –Merkel-Cup in Suhl

Am ersten Wochenende im Juli eines jeden Jahres treffen sich begeisterte Flintenschützen aus ganz Deutschland auf dem Suhler Friedberg. Das ist einfach so. Die Firma Merkel feiert 2018 ihr 120-jähriges Bestehen und ruft nun schon seit 1998 zum Wettstreit um den Merkel-Cup.

In diesem Jahr hatten sich trotz (oder gerade wegen?) der Fußball-WM immerhin 91 Teilnehmer, darunter 11 Damen, auf den Weg in den Thüringer Wald gemacht.

Wie gehabt wurden am ersten Wettkampftag je 25 Scheiben auf den drei oberen Ständen als Compak geworfen. Vereinzelt war allerdings zu hören, man könne die Maschinen ja auch mal ein bisschen anders aufstellen ...

Parallel dazu fand auf Stand 4 der beliebte Team-Wettbewerb statt: Zwei Schützen beschießen aus dem jagdlichen Anschlag erst eine, dann zwei, dann drei und schließlich vier zugleich geworfene Scheiben. Das ganze drei Mal – macht 30 Scheiben. Das Team mit den meisten Treffern gewinnt – ganz einfach. Das dabei eingenommene Startgeld wird nach Abzug der Kosten komplett an die Siegerteams ausgeschüttet. Das ist fair.

Wer wollte, konnte sich außerdem noch beim Schiessen mit der „Helix“ auf den laufenden Keiler probieren. Hier ging es um nicht weniger als den Gewinn einer Repetierbüchse „Jäger 10“. Also volles Programm. Nach anfänglichen Technikproblemen v. a. während des Trainings ging der Wettkampf dann doch zügig über die Bühne. Alle Teilnehmer konnten sich nach dem ersten Tag noch in Ruhe erfrischen, um dann am Abend entspannt (?) dem Höhepunkt des Wettbewerbs entgegenzufiebern: Die Verlosung des Hauptpreises – einer Merkel BDF 2001 C im Wert von 8.500 Euro!

Market Manager Michael Hochmuth wurde nicht müde, das Engagement der Fa. Merkel zu betonen, aber auch den Einsatz des Teams vom Schießsport Zentrum Suhl und die Arbeit der Kampfrichter zu würdigen.

Nach einem wie immer äußerst leckeren warm-kalten Buffet mit köstlichen Desserts merkte man doch eine gewisse Unruhe unter den Gästen. Zwischendurch hatte Frank Günther als Wettkampfleiter die Teilnehmer mit den Ergebnislisten des Tages versorgt. Wer wollte, konnte sich schon ausmalen, auf welchem Platz er am Ende wohl landen würde.

Bevor es an die Verlosung ging, berichtete Hochmuth davon, dass anläßlich des Firmenjubiläums ein Sondermodell einer Kipplaufbüchse, bestehend aus genau 120 Exemplaren, aufgelegt wurde. Die erste von diesen 120, nämlich die mit der Nr. 1, war während der IWA in Nürnberg versteigert worden und brachte mit rd. 9.000 Euro ein „bisschen“ mehr als den empfohlenen Ladenverkaufspreis ein. Den gesamten Erlös spendete Merkel für einen guten Zweck, nämlich an das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz. Zusammen mit Bertram von Quadt wurde nun die Frage in den Raum gestellt, ob es an diesem Abend wohl gelingen könne, mit Spenden der Teilnehmer die Summe auf 10.000 Euro aufzustocken. Von Quadt bat die Teilnehmer, ihre Herzen und ihre Geldbörsen zu öffnen ... Wohl kaum jemand unter den Anwesenden ließ sich lumpen! Nachdem Sabrina mit ihrem Sektkübel an allen Tischen war, war dieser voller Geldscheine: Weitere 1.485 Euro für das Kinderhospiz! Was für ein stolzes Ergebnis!

Dann ging es an die Siegerehrung aus dem Team-Wettbewerb. Mit 27 getroffenen Scheiben sicherten sich das einheimische Team Schironski/John den ersten Platz und damit den dicksten Umschlag. Auf dem 2. Platz landete das Team Behrens/Behrens mit 25 Treffern und auf dem 3. Platz mit nur einer Scheibe weniger das Team Hertel/Mewes (n. St.).

Jetzt aber endlich die Verlosung. Unerträgliche Spannung! Glücksfee Anja zog das Los und ... the winner is ... Dieter Wendler! Der 67-jährige Löbauer mit schon 45 Jagdjahren konnte sein Glück bei seiner fünften Merkel-Cup-Teilnahme kaum fassen und strahlte! Jeder wäre wohl gern an seiner Stelle gewesen. Aber es soll ja 2019 wieder einen Merkel-Cup geben. Neuer Versuch – neues Glück!

Am Sonntag dann der zweite WK-Tag mit jeweils zweimal 15 Scheiben jagdlich Trap und Skeet. Alles wie immer: Schützen, die nach dem Compak noch gut im Rennen lagen, wurden durchgereicht. Andere, die am ersten Tag noch mit sich und ihrer Leistung haderten, zeigten ihr ganzen Können und schoben sich beharrlich nach oben. Die besten landeten in Klasse A ganz vorn und alle anderen mussten wie immer auf ein bisschen Glück hoffen.

Ebenfalls wie immer waren vor der Siegerehrung noch einige Stechen zu absolvieren. Zuerst traten Dr. Bernd Jordan und Gunnar Ziesenitz in die Schranken. Beide hatten je 89 Scheiben getroffen und standen genau an der Schnittstelle der Klassen B und C. Kurz und schmerzlos. Ziesenitz trifft, wird damit Erster in C und Jordan muss den letzten Platz in B akzeptieren.

Das nächste Shoot-Off dauert länger, es treten gleich vier Schützen mit je 102 Treffern an. Es geht um die Plätze 1 bis 4 in Klasse B. Gleich die erste Scheibe wird von Wolfgang Folske und Aike Kästner verfehlt, während Dirk Heyden und André Prothmann treffen.

Danach müssen Folske und Kästner gegeneinander antreten – mit dem besseren Ende für Folske, der damit Dritter wird. Sieger in B wird schließlich Heyden, der alle weiteren Scheiben trifft, während Proth­mann die vierte Scheibe verfehlt.

Das letzte Shoot-Off um die Plätze 2 und 3 in Klasse C geht wieder fix: Von Quadt verfehlt und Frank Traichel trifft. Beide hatten zuvor je 88 Scheiben getroffen. Schließlich die notwendige Auswertung und endlich auch die Siegerehrung.

Die separate Merkel-Wertung (alle Teilnehmer, die mit einer Waffe Suhler Bauart antraten, kamen in diesen Topf) gewann wie schon in den drei Jahren zuvor Björn Behrens. Zweiter wurde Alexander Wilhelm, der diese Wertung schon 2013 für sich entscheiden konnte, vor Dirk Heyden, der in dieser Wertung bereits 2014 siegreich war. Die „Jäger 10“ sicherte sich nach spannendem Wettkampf Steffen John. Siegerin der Damenklasse wurde mit 110 Treffern, großem Vorsprung und wie in den beiden Vorjahren Kristin Sendker-Behrens. Zweite wurde Heike Heyden mit 89 vor Eibe Behrens mit 86 Treffern. Die Klassen B und C hatten wir schon.

Sieger in Klasse A und damit Gesamtsieger des Merkel-Cup 2018 wurde mit 125 getroffenen Scheiben Richard Schulte. Zweiter wurde Steffen John mit 121 vor Bernd Jäger mit 119 Treffern. An diesem Wochenende wurden somit Preise im Gesamtwert von rund 16.000 Euro vergeben. Dabei hatten wohl alle Teilnehmer viel Spaß und das Wetter machte auch mit. Wenn im nächsten Jahr nun noch die gastronomische Versorgung auf dem Friedberg eine deutliche Steigerung erfährt (in den letzten beiden Jahren ging es doch auch!), werden die meisten Teilnehmer auch 2019 wieder am Start sein. Vielleicht auch wieder ein paar mehr ... Schließlich ist Suhl immer eine Reise wert!

Text und Fotos: Hans-Joachim Raabe