Workshop

Hendrik Strothmann und Detlef Riechert im Expertengespräch

Hendrik Strothmann ist hauptberuflicher Schießlehrer und CPSA-Coach. Die Redaktion dieflinte tauschte sich mit ihm über die „Hohe Schiene“ aus, die ganz aktuell von einigen Flintenherstellern angeboten wird.

Mythos oder gesunder Menschenverstand?

„Mit dem Schrotgewehr trifft man nur, wenn das Gewehr wie angewachsen aus der Schulter ragt …“, so schrieb DIE WELT am 13. Dezember 2009. Tatsächlich ist unter allen Waffen die Flinte die „persönlichste“, die es gibt. Woran liegt das? Kein Zielfernrohr, kein Diopter, weder Kimme und Korn, nicht einmal die Schiene und das Korn, stehen uns als Hilfsmittel des Visierens zur Verfügung. Reproduzierbare und beständige Erfolge mit der Flinte werden dann wirklich möglich, wenn das Werkzeug dem Individuum entspricht, das es benutzt. Jeder Mensch ist einmalig, und genau so einmalig sollte seine Flinte werden, in bester Relation zu ihrem Anwender. 

Ich weiß gar nicht, was mich da geritten hat. Beim zusammentragen der Schießtermine stieß ich auf den Nad Al Sheba Cup in Dubai. Ich schaute aus dem Fenster und die niederrheinische Waschküche machte mal wieder ihrem Namen alle Ehre. Der Gedanken an Sommer, Sonne, Pool und ein paar Drinks wärmte mir das Herz. Und wenn man dann noch seinem liebsten Hobby nachgehen könnte, wäre das doch ein perfekter Zeitvertreib für den lausigen Februar.

Mythos oder gesunder Menschenverstand?

Manche sagen: „Ein guter Schütze trifft mit jeder Flinte!“ Sie schließen daraus, dass er deswegen keine Anpassung des Flintenschaftes benötige. Die Aussage ist an sich, streng an ihren Worten gemessen, nicht falsch. Es wird ja weder etwas darüber ausgesagt, wie oft der gute Schütze mit der nicht passenden Flinte trifft, noch, ob er mehr treffen könnte, wenn die Flinte besser passen würde, oder ob er mit einem gut sitzenden Schaft leichter und müheloser treffen könnte. Die eindrucksvollen Videos der „Trickschützen“ zeigen uns, dass es möglich ist, Kohlköpfe, Apfelsinen und Tomaten „explodieren“ zu lassen, ohne die Flinte überhaupt anzuschlagen.

Was zeichnet einen guten Choke aus?

Neben den Chokes der Hersteller gibt es noch eine Reihe von Wechselchokes von Firmen, die sich nur auf das Herstellen von Chokes spezailisiert haben.

Als aller erstes sollte der Choke natürlich niedrige Fertigungstoleranzen sowie eine lange Haltbarkeit haben. Die ersten Wechselchokes wurden aus Stahl gefertigt und hatten somit auch ein nicht zu vernachlässigendes Gewicht. Manche fanden es gar nicht so schlecht ein paar Gramm mehr am Laufende zu haben, da sich dadurch die Balance mancher Flinten zum Vorteil entwickelt. Das ist aber nicht Sinn der Sache. 

Jürgen Hubbermann

Die sportliche Laufbahn von Jürgen Hubbermann begann in frühester Jugend. Als er zum ersten Mal ein Luftgewehr in der Hand hielt, war es um ihn geschehen. Danach kam das Kleinkaliber und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. 

Ein Schütze betritt den Schießstand, schaut in den verheißungsvoll Himmel und auf die Wurfanlage, fängt dann an, die Chokes der Flinte zu wechseln. In einem anderen Fall fragt der Schüler einen bekannten Flintenlehrer, welche Chokes er einsetzen soll. Als Antwort bekommt er, dass er unten einen Halbchoke reindrehen soll. Nach einer Weile sagt der Flintenlehrer, dass der Schüler oben auch einen Halbchoke reindrehen soll. Denn dann braucht er sich um Chokes keine Gedanken mehr zu machen. Bei beidem muss man schmunzeln und beide Situationen zeigen, dass das Thema Chokes bei vielen noch nicht wirklich angekommen, geschweige denn ausgereizt ist. Dieser Artikel soll dazu beitragen, dass wir die Aufgabe der Chokes, die bei unserer Flinte oft dabei sind, besser verstehen und diese dann auch gezielt einsetzen.

Das ist der dritte Teil unserer Reihe „Ankuscheln“ statt „anschlagen“! Hier gehts zu Teil 1 und Teil 2

„Drehen sticht Anschlagen“

„Auf den Anschlag kommt es an!“ ist das erste, was ein Anfänger üblicherweise über das Flintenschießen erfährt. Der Anschlag ist zwar wichtig, aber es gibt etwas anderes, was mindestens genauso wichtig ist, weil „es“ einen guten Anschlag überhaupt erst ermöglicht. Anders herum ausgedrückt bedeutet das: Ohne „es“ ist ein korrekter Anschlag kaum machbar. Für die in diesem Artikel beschriebenen Übungen benötigt man eine/n „zweite/n Mann/Frau“. Das kann ein Trainer sein, aber auch ein sachkundiger Schützenkollege.

Bill McGuire

Bill McGuire hat Interessierten über die Blaser Schießakademie die Möglichkeit gegeben, auf dem Dornsberg intensiven Schießunterricht zu bekommen. Neben ihm ist Hermann Schilling, Präsident der Dornsbergschützen. Mit ihm zusammen als altbewährten Freund und einem jungen Forstmeister aus dem Allgäu, durfte ich an einem herrlichen Sommermorgen einige Stunden Unterricht genießen.

„An eine große Aufgabe sollte man herangehen wie ein Hund. Viele kleine Lecker machen die Schüssel leer“, sagt ein Botswana-Zitat. Wenn man einen Sport erlernen will, tut man gut daran, die Bewegungen in kleine Schritte zu zerlegen und jeden Schritt für sich zu üben. Es wäre wenig sinnvoll, wenn ein Anfänger beispielsweise auf einen Trap-Stand ginge und versuchen wollte, auf Wurfscheiben zu schießen, die in alle Richtungen von ihm wegfliegen. Alles auf einmal geht nicht. Schnell würde man sich die Unarten des Anschlagens angewöhnen. Danach fällt es umso schwerer, eine gute Anschlagtechnik zu erlernen. Denn man müsste erst die „alten Fehler“ abstellen. Die nachfolgenden Übungen eignen sich für Anfänger wie für Fortgeschrittene, die ihre Anschlagtechnik verbessern wollen, und sind in der Praxis erprobt – man benötigt für die zehn Schritte zusammen nicht mehr als eine Stunde.