Jagdweine vom Oberrhein

Zum Ende eines schönen Jagdtages

Am Oberrhein, genau genommen im Landkreis Alzey Worms, liegt das ehemalige Binnenfischerdorf Eich. Hier baut die Familie Menger auf ihrem kleinen Weingut seit dem 17. Jahrhundert Wein in gehobener Qualität an. Und das bereits in der 12. Generation. Der Familienbetrieb ist aber nicht nur tief mit dem Weinanbau verwurzelt, sondern ebenso mit der Jagd.

In der Tiefebene der Altrheinlandschaft gibt es verschiedene Bodenbeschaffenheiten, auf denen verschiedene Rebsorten prächtig gedeihen, die genau diese Böden brauchen.

In der weitläufigen, flachen Rheinniederung befinden sich Naturschutzgebiete mit einer der größten zusammenhängenden Schilffläche Deutschlands. Sie ist eine der niederwildreichsten Regionen in Rheinland-Pfalz. Der Altrheinverlauf hat unglaubliche Mengen Kies hinterlassen, der in der Vergangenheit ausgebaggert wurde und heute eine renaturierte Seenlandschaft entstehen ließ. Somit war in dieser Gegend die Jagd mit der Flinte traditionell schon immer vorrangig.

Die gesamte Familie Menger besteht deshalb selbstverständlich aus passionierten Niederwildjägern.

„Unser Jagdrevier ist quasi direkt hinter dem Haus. Hier waren in früheren Jahrzehnten bei Treibjagden 1.000 Hasen keine Seltenheit“, verrät uns Firmenchefin Dagmar Rückrich-Menger, „das hat aufgrund von Monokultur auf den landwirtschaftlichen Flächen nachgelassen, aber die Jagdstrecken von Gänsen und Enten sind immer noch sehr ansehnlich. Alles Wildbret, ob von Fasan, Hase, Schwarz-, Rot- oder Rehwild ist doch ein hochwertiges (Super-Bio-)Lebensmittel. Und dazu passend bauen wir verschiedene Rebsorten an. Weit reicht immer noch die Ansicht, dass zu Wild nur ausschließlich Rotwein passt. Aber das ist ein Trugschluss.“

Regelmäßig bietet die Familie Menger deshalb Wildkulinarik-Kochkurse mit gleichzeitigem Weinseminar an. Dort lernt man, aus den Wildgerichten die passende Symbiose mit dem richtigen Wein herzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Kochbuch-Autorenpaar Magdalene und Wolfgang Grabitz erfährt man nicht nur, köstliche Wildgerichte zu zaubern, sondern diese auch noch mit dem richtigen Wein zum Genuss pur zu kombinieren. Dabei bestimmt immer die geschmackintensivste Beilage den passenden Wein. Das ist meistens die Soße, kann aber auch mal das Fleisch oder eine Gemüsebeilage sein.

Verschiedene Weine hat das Weingut reichlich im Sortiment, obwohl es mit seinen 15 Hektar Anbaufläche eher zu den kleineren Gütern gehört. Da steckt in jeder Flasche auch heute immer noch eine Menge Handarbeit drin. Hier herrscht immer noch der jahrhundertealte Winzerspruch:

„17 mal der Winzer geht, mal grad mal krumm, das Jahr hindurch um jeden Stock herum!“

Dabei macht sich Familie Menger nicht nur sehr viel Arbeit mit ihren Weinen, sondern auch mit den Etiketten. Bereits seit 1985 kann man die Flaschen von Menger auch mit jagdlichen Motiven bestellen (ohne Aufpreis). Die Gemälde wurden von dem befreundeten Tiermaler Dieter Schiele gemalt, der seinerseits auch passionierter Jäger ist.

Die Bildauswahl reicht nicht nur über alle möglichen Arten von Schalen- und Niederwild, sondern auch eine „standing gun“,  ein traditionelles „fox hunting“, ein Jagdfalke und der Fliegenfischer finden sich unter den Motiven. Als besonderen Service kann man sich, gegen einen geringen Aufpreis, sogar noch einen individuellen Text z. B. für einen Geburtstag eine Hochzeit oder natürlich das Schüsseltreiben auf seine Flaschen drucken lassen.

„Besonders stolz sind wir auf eine Rebsorte, die eigentlich schon als ausgestorben galt“, erklärt mir die Chefin, die übrigens auch Jury- und Gremienmitglied bei nationalen und internationalen Weinverkostungen ist. „Mehr durch Zufall entdeckten wir in Omas Garten einen alten, wenig beachteten Rebstock, der dort irgendwie „schon ewig“ stand. Eine Laboruntersuchung im Institut für Rebgenetik ergab: Es ist ein weißer „Muskat d`Eisenstadt“, der dort um 1890 gepflanzt worden sein muss. Diese Rebsorte wird seit den 50er-Jahren nicht mehr kultiviert. Aus diesem historischen Schatz haben wir nun durch vegetative Vermehrung (Veredelung) einen kleinen Bestand neu gezogen und sind sehr stolz, hiervon wieder einen sehr besonderen Wein anbieten zu können.“

Für alle, die sich selbst oder einem befreundeten Jäger/Sportschützen etwas Besonders schenken möchten, bietet das Weingut ein Kennenlernpaket, bestehend aus sechs verschiedenen Weinen mit jagdlichen Motiven für 35 Euro an. Aber auch für diejenigen, die mal im Raum Mainz/Worms unterwegs sind, lohnt sich ein Besuch beim Weingut Menger mit seinem Hofladen und der Probierstube. Dieser öffnet zu wechselnden Zeiten seine Pforten, ohne feste Öffnungszeiten. Deshalb lohnt ein vorheriger Anruf. Hier kann man dann in aller Ruhe Wein probieren, bevor man davon ein paar Flaschen mitnimmt. Gleichzeitig bekommt man auch eine Menge Informationen, wie man die Trauben richtig anbaut, keltert, lagert und abfüllt, damit es ein Guter wird. Getreu einer weiteren, alten Winzerregel:   

„Du sollst nicht nur nach Weinbergslagen, auch nach dem Winzer sollst du fragen.“

Aktuelle Termine der Wildkoch-Seminare, Weinproben und Veranstaltungen kann man direkt bei Menger in Eich erfahren. Ebenfalls können sie Ihnen Übernachtungsmöglichkeiten im Ort empfehlen, falls die Probe dann doch etwas länger dauert und man den Abend bei einem Glas Wein an einem der Altrheinseen ausklingen lassen möchte.

Text und Fotos: Rainer Liese


Info

Weingut H. L. Menger

Hauptstraße 12
67575 Eich

Telefon: 06246 298
Telefax: 06246 1669
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.weingut-menger.de

Die Flaschenpreise liegen bei den meisten Abfüllungen im üblichen Preissegment zwischen 4,80 und 9,00 Euro. Eine komplette Liste aller Weine können Sie unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anfordern.