Die ganze Welt im Würgegriff der Viren

Deutschlands Sportschützen und Corona
Das hätte sich wohl niemand träumen lassen: Ein kleiner Virus sorgt in diesem Jahr dafür, dass das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen kommt. Sicher, der Sport spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Es gibt Wichtigeres im Leben. Aber diejenigen, die davon unmittelbar betroffen sind, sehen das womöglich etwas differenzierter.

Keinerlei Trainings- und Wettkampfbetrieb mehr. Seit Monaten vorbereitete Vereins-, Kreis- und Landesmeisterschaften sowie Pokalwettkämpfe werden abgesagt. Der DSB sagt sehr zeitig gleich die Deutschen ab, der DJV die Bundesmeisterschaft, die erst im September stattfinden sollte.

Olympia? Fehlanzeige!
Anfang Mai dann endlich die ersten Lockerungen. Sport unter freiem Himmel ist wieder möglich. Die Flintenschützen profitieren als erste davon. Kaum ist die neue Regel publik, vereinbaren ein paar „Flintenabhängige“ kurzfristig einen Trainingstag in Sörnewitz.

Das Clubhaus bleibt geschlossen, Verpflegung muss mitgebracht werden und die Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten. Egal, bei Zweier-„Rotten“ ist das ohnehin kein Problem. Endlich wieder Pulverdampf in der Nase!

Nach rund vier Stunden sind etliche Scheiben beschossen. Alle müssen feststellen, dass nach monatelanger Pause noch längst nicht alles rund läuft. Der eine oder andere beklagt Schmerzen in der Schulter oder einen blauen Fleck an der Wange. Alles nebensächlich!

Zum Abschluss sitzt man noch auf dem Parkplatz zusammen, jeder an oder in seinem Kofferraum, verdrückt seinen mitgebrachten Proviant und sinniert über das, was noch kommt. Oder auch nicht.

Endlich wieder Pulverdampf ...

Text und Foto: Hans-Joachim Raabe