Trainerporträt: Gregor Schmidt-Colberg

Der „englische“ Flintenmann

Meines Wissens ist Gregor Schmidt-Colberg der dienstälteste hauptberuflich tätige CPSA-Senior-Coach in Deutschland. Ein Senior Coach der englischen Clay Pigeon Shooting Association wird man nicht mal so eben im Vorbeigehen – viele Jahre Zeit und auch einiges Geld müssen investiert werden, um im Mutterland des Flintenschießens an der einhundert Jahre alten Erfahrung des großen englischen Verbandes teilhaben zu dürfen und den langen Weg zu den höchsten Weihen zu pilgern. CPSA-Trainer werden im Flintenschießen ausgebildet, aber vor allem im Ausbilden. 

Zu wissen, wie das Flintenschießen funktioniert, und das anderen professionell vermitteln zu können, sind zwei sehr verschiedene Dinge. Natürlich kann man sich manches selbst beibringen – zumindest mögen manche das manchmal glauben. Aber ein Leben dürfte zu kurz sein, um allein auf sich gestellt etwas zu schaffen, das auch nur im entferntesten dem Inhalt der Schatzkiste gleichen könnte, die ein Jahrhundert lang in England durch Generationen von Experten gefüllt wurde. Gregor Schmidt-Colberg kennt den Inhalt dieser Schatzkiste. Er hat alle Stationen eines Ausbilders nach englischen Maßstäben und Anforderungen in England durchlaufen. Sein erstes Zertifikat erwarb er dort im Jahre 1998.

Lebenslanges Lernen

Als ich einmal Gregor Schmidt-Colberg in Dortmund auf der „Jagd und Hund“ traf, machte er eine bemerkenswerte Aussage über sein Selbstverständnis: So sei eigentlich nicht mehr seine CPSA-Ausbildung das Pfund, mit dem er heute wuchere, so Schmidt-Colberg. Vielmehr seien es die vielen Menschen, die er trainiert habe, die seinen Blick geschärft und ihm Erfahrungen vermittelt haben, die ihn zu dem Trainer gemacht haben, der er heute sei. 

Nun ist das ja in jedem Beruf so, dass man zuerst eine Ausbildung genießt und dann in der Praxis weiterlernt. Aber im Flintenschießen gibt es besondere Aspekte, glaube ich. Ein CPSA-Coach ist nochmal eine ganz besondere „Geschichte“. Ein Flintentrainer kann einem Schüler nur dann helfen und ihn nur wirklich weiter bringen, wenn er sich voll und ganz auf ihn einlässt. 

Ich habe Flintenlehrer erlebt, die von sich sehr eingenommen waren und deren Ausbildungskonzept sich darin erschöpfte, „es vorzumachen“ und den Schüler zum Kopieren seiner Kunst aufzufordern. Mit Schmidt-Colberg habe ich so manches Mal über das „verächtlich machen“ von Flintenschülern diskutiert, das man, besonders in der älteren  Generation von Flintenlehrern häufig antraf, was aber auch heute noch nicht vollständig ausgerottet ist. Der Motor einer solchen Konzeption ist egozentrisch, der Trainer steht im Mittelpunkt. 

Jedem ist klar, eine solche Vorgehensweise passt nicht zu einem englischen Gen-tleman! Das CPSA-Konzept ist das komplette Gegenteil. Im Mittelpunkt steht immer und überall der Schüler. Der Trainer vertritt die Rolle des Förderers. Er macht nicht vor, sondern führt seinen Schüler durch Worte und Erklärungen zu erfolg-reichen Handlungen. Das funktioniert nur, wenn der Coach erkennt, was der Schüler „macht“, was er schlecht macht und was er wie besser machen könnte. Das zu sehen ist nicht einfach. Man kann es nur bedingt und teilweise lernen, weil es auch eine Begabung, aber vor allem eine Einstellungsfrage ist. Wer nicht erkennt, was der Schüler tut, kann nicht Trainer werden.

Die CPSA-Philosophie ist vom Feinsten, weil sie funktioniert, immer und mit jedem! Aber auch für die CPSA selbst und für einen CPSA-Senior-Coach gilt die Formel vom lebenslangen Lernen – Stillstand würde Rückschritt bedeuten. Schmidt-Colberg bezeichnet sich selbst als hungrig, sich weiter zu entwickeln. Ich füge hinzu: trotz seines hohen Niveaus!

Eins sein

Die CPSA-Philosophie und Schmidt-Colberg sind eins. Sie hat ihn geprägt und er lebt sie. Er ist ihr Produkt, aber er kann es nur sein, weil seine persönliche Einstellung es erlaubt. Die Vorgehensweise der CPSA kann man nur übernehmen, wenn man von ihr persönlich überzeugt ist und wenn sie ohnehin zu den eigenen angeborenen und gelebten Eigenschaften passt. Bei Gregor Schmidt-Colberg ist alles stimmig. Er verkörpert die CPSA-Lehrmethode wie nur wenige andere, die ich kennengelernt habe. Für mich ist Schmidt-Colberg der „englische“ Flintenmann in Deutschland. 

Der Bockenberg

Sein Heimatschießstand ist der Bockenberg im Raum Regensburg, nicht weit von Bad Abbach, auch wenn er selbst in Erlangen wohnt. Die wunderschöne, großzügige Schießanlage, eingebettet in eine gemütliche niederbayrische Umgebung, verfügt über Skeet-, Trap- und Parcoursstände, aber auch Kugel- und Pistolenbahnen. Schmidt-Colberg beschränkt seine Trainertätigkeit natürlich nicht auf den Bockenberg, er ist deutschlandweit und auch international aktiv. Da der Schießstand von Waffen Obermaier betrieben wird, kann man auf dem Bockenberg auch Flinten, Ausrüstungsgegenstände und Munition kaufen sowie seinen Flintenschaft anpassen lassen. 

Fazit

Wer einen Schießlehrer sucht, der sein Handwerk „von der Pike auf“ von den Besten in England gelernt hat, der fundiertes Wissen und gelebte Erfahrung in sich vereinigt, der bereit ist, sich auch heute noch auf neue Erfahrungen einzulassen, sollte die folgenden Kontaktdaten gut aufbewahren, auch wenn er im hohen Norden unseres Landes lebt. Schmidt-Colberg unterrichtet nicht nur in englischer und französischer Sprache, als gebürtiger Siegerländer kann er auch hochdeutsch!

 Text: Detlef Riechert, Foto: G. Schmidt-Colberg

 


Kontakt

Gregor Schmidt-Colberg
CPSA-Senior-Coach

Leimbergerstraße 17
91052 Erlangen

Web: www.flintenschuetze.de
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mobil: 0151/18409135 
Telefon: 09131/50524
Fax: 09131/56028