Stahl aus Italien

NSI

Was macht eine gute Patrone aus? Konstante Geschwindigkeit, gute Brechkraft, hohe Zuverlässigkeit und ein guter Preis. All das sollen die Stahlschrotpatronen von NSI in sich vereinen. Wir haben nachgeschaut und gemessen.

NSI Target Steel
Die einfache Stahlpatrone von NSI war unser erster Kandidat. Bei einer Abnahme von 1.000 Patronen muss man für das Päckchen mit 25 Patronen 4,50 Euro bezahlen. Das ist für eine Stahlpatrone ein hervorragender Preis. Mal sehen, was die Patrone dafür leisten kann. Auf dem Schießstand haben wir zuerst eine Geschwindigkeitsmessung mit der 24-g-Variante gemacht.

24 g – NSI Target Steel HP
417 m/s
403 m/s
420 m/s
420 m/s
408 m/s
Durchschnitt 414 m/s

Im Hochglanzprospekt wird die Patrone mit einer Geschwindigkeit von 420 m/s ­beworben. In der Praxis kommen unsere Testpatronen nicht ganz an die Herstellerangaben ran. Es fehlen 6 m/s, was aber aus unserer Sicht nicht wirklich eine Minuspunkt ist. 414 m/s ist für ein relativ günstige Patrone ein hervorragender Wert. Beschleunigt werden die Schrote mit dem eigenen Pulver Vectran A der französischen Pulverküche Vectran, die zu NSI gehört.

Schneidet man die Patrone auf und legt die Schrote auf die Waage, bestätigt diese, dass die angegebene Schrotmenge bei 23,9 g liegt. Aus unserer Sicht ist das absolut korrekt. Ein zehntel Gramm soll uns nicht stören. Da haben wir bei anderen Patronen schon höhere Abweichungen gehabt.

Auf dem Schießplatz schießt sich die Patrone ordentlich. Die doch ordentliche Geschwindigkeit merkt man dann doch etwas in der Schulter. Wie sollte es auch anders sein. Die Ingenieure von NSI können auch hier nicht die Physik überlisten.
Schauen wir uns die große Schwester mit 28 g an. Auch hier haben wir einen Geschwindigkeitstest gemacht.

28 g – NSI Target Steel HP
423 m/s
418 m/s
423 m/s
425 m/s
413 m/s
Durchschnitt 420 m/s

Auch hier kündigt der Hersteller die Patronen mit 420 m/s an. Nach unserer Messung ist das auch korrekt. Die ca. 60 Extraschrote, die den Unterschied zur 24-g-Variante ausmachen, werden nicht zulasten der Geschwindigkeit auf die Reise geschickt. Aus unserer Sicht absolut Top. Pro 25 Patronen schlägt dieser Vorteil aber nur mit wenigen Cent zu Buche. 1.000 Patronen kosten 190 Euro. Der Karton mit 250 Patronen kostet somit unter 50 Euro. Aber auch hier meldet sich die Flinte in der Schulter. Nicht dramatisch, aber die 28 g wollen eben auf 420 m/s beschleunigt werden. Eine Messung mit der Laborwaage ergab übrigens, dass exakt 28 g Schrote in der Patrone stecken.

Die NSI Target Steel ist aus unserer Sicht eine hervorragende Patrone, die auf dem Schießstand in puncto Brechkraft und Laufverschmutzung punkten konnte. Der Preis ist sehr gut. Durch den geringen Preis­unterschied würden wir immer zur 28-g-Variante greifen.

NSI Quatro Steel Premium
Wem die NSI Target Steel nicht reicht, kann zur Premium-Variante greifen. Öffnet man das Päckchen, fällt sofort die verlängerte Hülse auf. Das soll immer ein Anzeichen von höherer Leistung bzw. höherer Geschwindigkeit sein. Das hat uns natürlich interessiert und somit haben wir die Patrone mit unserem Geschwindigkeitsmesser getestet. Das Ergebnis war ernüchternd.

24 g – NSI Quatro Steel Premium HP
423 m/s
418 m/s
423 m/s
425 m/s
413 m/s
Durchschnitt 420 m/s

Die Premium-Patrone ist nur geringfügig schneller als die Standardvariante. Die im Prospekt angekündigten 430 m/s konnten nicht erreicht werden. Öffnet man die Pa­trone, fallen sofort die hell glänzenden Schrote auf. Die Standardvariante hat dagegen etwas dunklere Schrote. Das könnte der Unterschied sein. Aber ob dieser sich positiv auf den Schuss, Brechkraft und Co. auswirkt, konnten wir jetzt nicht feststellen. Auch das Pulver der Premium ist identisch mit dem der Standardpatrone. Auch hier Vectan A die Wahl. Es könnte sein, dass die 28-g-Premium-Patrone den Unterschied macht. Also wieder auf zur Geschwindigkeitsmessung.

28 g – NSI Quatro Steel Premium HP
412 m/s
416 m/s
406 m/s
422 m/s
416 m/s
Durchschnitt 414 m/s

Bei der 28-g-Patrone liegen wir noch weiter von der angegebenen Geschwindigkeit entfernt. Wir haben die Schrotmengen der Premium-Patrone gemessen und kamen bei der 24-g-Patrone auf 23,4 und bei der 28-g-Patrone auf 27,7 g, was leicht unter der angegebenen Menge liegt. Es gibt aber einen Unterschied. Der Preis! Die Premium ist etwas teurer und schlägt bei einer Abnahme von 1.000 Patronen mit 225 Euro für die 24-g-Variante und 231 Euro für die 28-g-Variante zu Buche. Das ist ungefähr ein Euro mehr pro Päckchen mit 25 Patronen. Der Preis ist aber für eine Stahlpatrone immer noch gut.

NSI Target Steel & Soft Photo
Man könnte meinen, dass man mit den beiden Stahlpatronen für alle Fälle gut ausgerüstet ist. NSI hat aber noch eine absolute Neuheit im Programm. „Photo“ steht für Photodegradable Wad. Nach unserer Info ist das die erste Patrone, die einen Schrotbecher hat, der sich nach einiger Zeit durch das Sonnenlicht zersetzt. Auf dem Dornsberg dürfen ab dieser Saison nur noch Patronen geschossen werden, die einen zersetzbaren Schrotbecher haben. Wir ware gespannt, ob sich daraus ein Nachteil ergibt und haben uns wieder an die Geschwindigkeitsmessung gemacht.

24 g – NSI Steel & Soft Photo
398 m/s
398 m/s
402 m/s
409 m/s
406 m/s
Durchschnitt 403 m/s

Wir erwartet, war die „Soft“ etwas langsamer als die anderen Patronen. Dafür ließ sich diese aber auch deutlich  besser schießen. Im Prospekt werden die „Soft“-Patronen mit 390 m/s angegeben. Da liegt unsere Testpatrone deutlich drüber. Das Pulver wir mit Vectan C7 angegeben. 175 Euro sollen 1.000 Patronen kosten, die zudem noch gut für die Umwelt sind. Aus unserer Sicht ein absoluter Hit. Mit Stahlschroten, zersetzbarem Schrotbecher und abbaubaren Tontauben sind wir fast an dem Punkt, an dem wir ohne Rückstände unserem Hobby nachgehen können.

Wir sollten natürlich nicht die 28-g-Variante vergessen. Eine Messung ergab folgende Werte:

28 g – NSI Steel & Soft Photo
378 m/s
378 m/s
386 m/s
389 m/s
391 m/s
Durchschnitt 384 m/s

Hier merkt man die 4 g zusätzlichen Ballast. 384 m/s ist aber immer noch ein ordentlicher Wert für eine 28-g-Patrone. HV kann man freilich nicht draufdrücken, aber das ist auch nicht der Anspruch der „Soft“-Patrone, die es übrigens auch ohne „Foto“-Option gibt.
Ein Cent kostet die Patrone mehr, wenn man die 28 g nimmt. Es könnte sich evtl. ein Vorteil in der Deckung ergeben, denn es sind nun mal ca. 60 Schrote mehr als in der 24-g-Patrone unterwegs. Das ist jedoch von Lauf zu Lauf unterschiedlich und muss jeder Schütze selber ausprobieren.

Fazit
Die Stahlschrotpatronen von NSI sind eine gute Wahl und belasten den Geldbeutel nicht so sehr wie andere Patronen. Wir sprechen für die Patronen von NSI eine absolute Kaufempfehlung aus. Wer die Patronen ausprobieren möchte, kann diese unter anderem im Jagdschloss Ahrensdorf beziehen.

Thomas Wilk
Jagdschloss Ahrensdorf
Löwendorfer Str. 25–27
14947 Nuthe-Urstromtal
http://jagdschloss-ahrensdorf.de

Nachtrag:
Wir werden einen kleinen Test mit den zersetzbaren Schrotbechern machen. Wir haben ein paar Schrotbecher in einem Behältnis dem Tageslicht ausgesetzt. Mal sehen, ab wann wir einen Zersetzungsprozess feststellen können. Wir werden berichten.

Text und Fotos: Dominik Allartz