Hörluchs

Die Diskussion über Gehörschutz ist so alt wie das Thema Chokes. Nur mit dem Unterschied, dass es bei diesem Thema um unsere Gesundheit geht. Man sieht auf den Schießständen eigentlich keine Schützen mehr, die ohne Kapselgehörschutz oder In-Ear-Gehörschutz antreten. Zwischen diesen beiden Typen von Gehörschützern flammt aber immer wieder die Diskussion auf, welcher der bessere ist. Die Firma Hörluchs kommt mit einem neuen Model auf den Markt und erweitert die Palette der In-Ear-Gehörschützer um ein Premiummodell.

Der Zufall war es, der die Redaktion beim Stöbern im Internet auf die Firma Hörluchs aufmerksam machte. Unser Augenmerk fiel auf das Modell HA-Active. Dieses Modell sollte speziell für Sportschützen geeignet sein, die bereits ein beeinträchtigtes Hörvermögen haben. Da das sicherlich auf den ein oder anderen Sportschützen und auch Jäger zutrifft, haben wir Kontakt mit der Firma Hörluchs aufgenommen.

Made in Germany

Die Firma Hörluchs produziert mit 65 Mitarbeitern im fränkischen Hersbruck in der Nähe von Nürnberg. Sieht man sich die Produktpalette und die Mitarbeiterzahl an, kann man kaum glauben, dass Hörluchs erst knapp acht Jahre am Markt ist. Bislang kümmerten sich die Mitarbeiter hauptsächlich um den Gehörschutz für Musiker und für den betrieblichen Gehörschutz. Das inhabergeführte Unternehmen stellt pro Jahr beachtliche 200.000 Teile im Bereich Gehörschutz her, die alle im 3-D-Druck-Verfahren hergestellt werden.

Erst seit Kurzem stellt Hörluchs mit dem HA-Active auch ein Produkt für Sportschützen und Jäger her. Man kann also sagen, das Hörluchs für unseren Markt ein absoluter Newcomer ist.

Maßnehmen

Nach einem kurzen Gespräch war klar, dass wir uns das Produkt anschauen müssen und wir wurden an einen Partner in unserer Region verwiesen. Zu unserem Erstaunen mussten wir nur ein paar Kilometer fahren. Direkt im nächsten „Dorf“ war ein Hörgeräte-Akustiker, der für uns die Anpassung vornehmen konnte. Auf Rückfrage der Redaktion wurde uns bestätigt, dass Hörluchs bundesweit 2.000 Partner hat. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass alle, die einen Hörluchs-Gehörschutz haben möchten, keine weiten Strecken zurücklegen müssen, um sich den Gehörschutz anpassen zu lassen oder bei Problemen eine Beratung brauchen.

Zu unserem Erstaunen wurden zuerst unsere Ohren kontrolliert und es wurde ein Hörtest gemacht. Bei einem Redakteur wurde eine Beeinträchtigung des Gehörs in den hohen Frequenzbereichen festgestellt. Der Hörgeräte-Akustiker klärte uns auf. „Wenn wir Ihre Hörkurve in das Gerät einarbeiten sollen, müssen wir erstmal einen Hörtest machen. Unter Umständen werden Sie mit dem Gehörschutz ohne Verstärkung nachher besser hören können als ohne.“

Als Nächstes wurden unsere Ohren mit einer Silikonmasse ausgespritzt, um einen Abdruck zu nehmen. Das war es erstmal. 

Anpassung

Ein paar Wochen später erhielten wir die Info, dass der Gehörschutz bei unserem Hörgeräte-Akustiker eingegangen ist. Wir machten uns auf den Weg, um den HA-Active in Empfang zu nehmen. Doch so schnell geht es nicht.

Zuerst wurde eine Funktionsprüfung gemacht. Wir haben einen Hörtest mit 500 Hertz mit und ohne den HA-Active gemacht. Die Differenz wurde gemessen und es wurde für das rechte Ohr eine Dämmung von 40 dB und für das linke 35 dB gemessen. Das ist top!

Auf dem Schießstand

Der HA-Active sitzt perfekt und das Flintenschießen macht mit dem neuen Gehörschutz richtig Spaß. Laut Hersteller dämpft der HA-Active ab 85 dB. Bestimmte Bereiche werden auch schon früher gedämmt. Die Reaktionszeit beträgt zehn Millisekunden und die Ausschwingzeit beträgt fünf Sekunden. In dieser Zeit kann dann schon der nächste Schussknall gedämmt werden. Das bedeutet, dass zwei sehr schnell aufeinander folgende Schüsse zuverlässig von der Elektronik erkannt und sauber verarbeitet werden. Bei älteren elektronischen Gehörschützern ist das nicht immer der Fall. Die Klangqualität ist hervorragend und man kann deutlich merken, dass man keinen 08/15-Gehörschutz im Ohr hat, sondern einen auf sein individuelles Gehör abgestimmtes Gerät. 

Nach dem Schießstand

Wer lange Spaß an seinem HA-Active haben möchte, muss ihn gut pflegen. Der größte Feind ist Feuchtigkeit, Schweiß und Kondensat. Dafür liegt ein Tuch dem Gehörschutz bei. Hörluchs empfiehlt noch Trockenboxen, in die man den Gehörschutz legen kann, um diese vollständig zu trocknen. Um den Gehörschutz vor Ohren-
schmalz zu schützen, befindet sich an der Spitze zum Gehörgang ein Filter, der regelmäßig gewechselt werden muss. Dafür liegt dem Set ein Werkzeug bei, mit dem man den alten Filter entfernen und einen neuen Filter einsetzen kann.

Alle zwei Jahre sollte man überprüfen, ob der HA-Active noch sicher dämmt. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch eine Vorgabe des Gesetzgebers bei Gehörschutz am Arbeitsplatz. Bei einer Gewichtsveränderung ab zehn Kilogramm sollte man ebenfalls auf Anraten des Herstellers den Gehörschutz prüfen, da sich der Gehörgang mitändert.

Fazit

Der HA-Active ist für Schützen, die schon eine Vorbelastung haben, eine echte Option. Die gute Betreuung vor Ort, das umfangreiche Händlernetz und die Erfahrungen der Firma Hörluchs aus dem betrieblichen Umfeld lassen den HA-Active zu den Top-Gehörschützern aufsteigen. Der Preis von 749 Euro geht in Ordnung. Vergleichbare Gehörschützer kosten das Gleiche oder sind sogar noch teurer. Wer sich für den HA-Active interessiert, kann auf der Website von Hörluchs in seiner Region nach einem Hörluchs-Partner suchen und sich beraten lassen. 

Text und Fotos: Dominik Allartz