Beschichtung, Rost- und Wasserschutz

FAW08 – Eine Erfolgsstory vom unteren Niederrhein

Seit bereits 35 Jahren gibt es dafür einen kleinen Produktionsbetrieb im niederrheinischen Wesel, der im Schatten der großen Pflegemittelhersteller Nischenprodukte herstellt, die immer noch eine Art Geheimtipp sind, obwohl sie absolut jeder Kurz- und Langwaffenbesitzer gebrauchen kann.

Er ist mit seiner Werbung nicht so laut wie andere, dennoch finden immer mehr Waffenbesitzer die Adresse durch Mund-zu-Mund-Propaganda von Insidern. Das freut besonders Firmenchefin Evelyne Demgen, die uns gerne persönlich ihre Produktpalette vorstellte.

Angefangen hat alles damals mit ihrem bereits verstorbenen Schwiegervater, erzählt sie uns, den die Idee nicht losließ, ein Tuch herzustellen, dass komplette Waffen im Schrank oder beim Transport permanent und nachhaltig vor Rost, Feuchtigkeit und Korrosion schützt. Das war die Geburtsstunde der FAW08-Waffenpflege. FAW steht für: Filming, Antirust, Waterproof. 

Nach viel Tüftelei und Kontakten mit Korrosionsschutz-Spezialisten aus der Industrie entstand eine sehr weiche Tuchware, die mit einer Spezialflüssigkeit unter hohem Druck bedampft wird. Diese dünstet langsam aus und umhüllt alle Teile der Waffe, ob Metall, Holz oder andere Werkstoffe, mit einer nur Mikrometer dicken Schutzschicht. Das Prinzip findet nicht nur beim FAW08-Waffentuch Anwendung. Besonders empfindliche Elek-
tronik oder Maschinen-Bauteile, die absolut nicht korrodieren dürfen, werden so vor Umwelteinflüssen nachhaltig geschützt.

Zuerst begann alles mit Pflegetüchern und einfach geschnittenen Beuteln für Kurz- und Langwaffen. Das Feedback der ersten Kunden war begeistert und so wurden immer neue Produkte entwickelt, die alle eins gemeinsam haben: das integrierte FAW08-Tuch, dessen Inhaltsstoffe aber bis heute gleich geblieben sind. Diese sind absolut ungiftig, versichert uns die Firmeninhaberin. Eine Hautreaktion beim Anfassen oder schädliche Dämpfe beim Einatmen sind daher ausgeschlossen.

Besonders Waffenbesitzer, die putzfaul sind, schätzen unsere Futterale und Tragetaschen, führt sie weiter aus. Bevor die Waffen nach der Jagd oder dem Schießstand in den Schrank kommen, ein Stück FAW08-Tuch durch den Lauf ziehen, um Schmauch zu entfernen. Ein x-beliebiger anderer Laufreiniger tut es aber auch. Dann Waffe in das Schrankfutteral und ab in den Tresor – fertig! Im Futteral legt sich FAW08 erneut auf alle Waffenteile und versieht sie mit einem fettfreien Schutzfilm ohne harzige oder klebrige Rückstände.

Lediglich nasse und verdreckte  Waffen sollten, bevor sie in ihrem Konservierungsoverall in den Schrank kommen, vom Dreck befreit und grob abgetrocknet werden. Danach aber keinesfalls noch Öl benutzen, da an diesen Stellen der sehr feine Nebel nicht rankommt. Der Großteil der Kundschaft benutzt FAW08-Futterale vorwiegend zur längeren Lagerung von Waffen, die nicht im täglichen Gebrauch sind. Es gibt sogar welche, die mit der ebenfalls erhältlichen Meterware ihren kompletten Waffenschrank ausgekleidet haben. Wenn man in so einen Schrank seine Waffen stellt, legt sich der Schutzfilm über alles, was darin gelagert wird. Wichtig: Zielfernrohrlinsen, die man als Tontaubenschütze eher weniger besitzt, sollten mit einem Deckel geschützt werden, sonst muss man jedes Mal vor Gebrauch mit einem Brillenputztuch drüber gehen. Ein weiterer Trick besteht darin, jede zweite Waffe im Tresor mit einem FAW08-Futteral zu bekleiden. So entsteht auch noch der sehr willkommene Nebeneffekt, dass die typischen Schrankmacken an Lauf, Basküle und Holz an den Schätzen ausbleiben. So bleiben auch Geldanlagen wie Purdeys, Holland & Holland`s oder Boss-Flinten makellos und wertstabil. 

Auf die Frage, wie lange der Effekt anhält, erklärte uns die Firmenchefin, dass dies auf jeden Fall mehrere Jahre sind, aber auch absolut vom individuellen Gebrauch abhängig ist. Benutzt man die Futterale lediglich als Schutzhülle im Waffenschrank, ist die Haltbarkeitsdauer am längsten. „Wir haben Kunden, die ihre Waffen seit 20 Jahren in unseren Futteralen lagern und uns von dem immer noch vorhandenen Schutzeffekt berichten.“ Legt man die Hülle allerdings im Sommer stundenlang offen ins Auto bei 60 Grad Innentemperatur, kann der Ausdünstungseffekt auch schon mal nach 2 bis 3 Jahren aufhören.“

Der Preis pro Flintenhülle entspricht allerdings nur drei durchschnittlichen Autowäschen mit Konservierungsschutz, und dieser hält ja nur bis zum nächsten Monat, bis er erneuert werden muss. Da sind 30 Euro für viele Jahre dann doch eher „Peanuts“.

 

Die Produktpalette, die in Wesel mittlerweile angeboten wird, ist aufgrund der Nachfrage  immer mehr erweitert worden. So gibt es neben den „Klassikern“, den Einschlagfutteralen, auch hochwertige Transportfutterale für Flinten, Büchsen und Kurzwaffen, die nach wie vor in reiner Handarbeit mit FAW08 ausgekleidet werden. Sechs verschiedene Modell-Serien sind  nach Qualität, Polsterung und Ausßenmaterial lieferbar. Diese reichen von der einfachen Cordura-Tasche für ca. 100 Euro (Sportline)  über das britisch anmutende Bicolor-Outfit bis hin zur edlen Antik-Echtleder-Tasche für rund 200 Euro. Der FAW08-Innenstoff lässt sich problemlos nach einigen Jahren gegen frischen austauschen, sodass sich die Investition auch lange rechnet.

Alles in allem ist die Idee des Firmengründers, eine Schutzhülle für Waffen zu schaffen, die sowohl vor Kratzern im Waffenschrank als auch selbsttätig vor Korrosion schützt, eine sehr innovative Idee gewesen. Der 35-jährige Verkaufserfolg spricht da für sich.

 

Text: Rainer Liese
Fotos: FAW