Eröffnungsschießen mit neuer Software

Dornsberg Schützen
Mit Freunden ein paar Tage am Dornsberg verbringen ist immer eine schöne Sache. Wir haben das Eröffnungsschießen auf dem Dornsberg zum Anlass genommen, uns zum ersten Mal in dieser Saison zu messen und zu schauen, was wir von unseren Schießfertigketen vom letzten Jahr retten konnten.

Training
Um bei dem Turnier gut abzuschneiden, sind wir natürlich einen Tag vorher angereist und haben an ein paar Ständen schon mal trainiert. Wir hatten uns zwar schon im heimischen Schießclub bei Trap und Skeet etwas vorgewärmt, aber die Tauben auf dem Dornsberg sind dann doch eine andere Hausnummer. Wenn man nicht an einem der großen Parcoursstände wohnt, hat man kaum Möglichkeiten, regelmäßig Loo-per, Teal, Crosser & Co. zu trainieren. Nachdem wir drei jeweils einen Karton
Patronen durchgejagt hatten, fühlten wir uns auf jeden Fall in der Lage, an dem Eröffnungsschießen teilzunehmen, ohne uns in Grund und Boden zu blamieren.
Da stellt sich natürlich auch die Frage, ob das Training am Vortag immer sinnvoll ist. Darüber wurde abends beim Bier oft diskutiert. Der mehrfache Deutsche Meister Markus Leibinger reist mittlerweile bei großen Wettkämpfen am Vortag an und gönnt sich lieber eine Mütze Schlaf, als sich noch schnell alle Stände anzuschauen. Er geht dann lieber ausgeschlafen an jeden Stand und lässt sich überraschen, was ihm der Layouter für Aufgaben stellt.
Andere Schützen brauchen einen Tag Training, um am nächsten Tag nicht überrascht zu werden. Sie brauchen die Sicherheit, die Stände schon mal gesehen zu haben, um sich dann mit der Situation besser arrangieren zu können.
Für uns ist es auf jeden Fall besser gewesen, den Schwierigkeitsgrad auf dem Dornsberg im Vorfeld einmal live zu erfahren, damit wir im Wettkampf einigermaßen vorbereitet sind. Gerade bei den weiten Tauben, die man sonst nicht so oft schießt, kann man im Training sehr gut das Vorhaltemaß trainieren bzw. ausprobieren. Der Satz, der im Training am häufigsten fiel, war: „Gib mir die nochmal!“

 


Tag 1
Bei Sonnenschein und für den April angenehmen Temperaturen starteten 138 Schützen auf 100 Wurfscheiben pro Tag. Die ersten Stände waren durchwachsen. Mal lief es gut und ein anderes Mal wunderte man sich, warum man nicht traf. Eine logische Erklärung gibt es natürlich immer, aber diese wird natürlich vom Schützen ignoriert. Zum Glück hatten wir eine Rotte, die sich mit guten Tipps zurückhielt, denn meistens wusste man ja doch, was man falsch gemacht hatte. Kopfschütteln und heftiges Wegwerfen der leeren Hülse waren an der Tagesordnung. Im Gegensatz zum Training hatte man ja immer nur einen oder im besten Fall zwei Schuss auf eine Taube, oder sagen wir besser auf eine Aufgabe.
Nach dem ersten Tag waren wir alle wieder geerdet und saßen noch bei einem Erfrischungsgetränk zusammen. Mein Freund Rainer hatte 68 von 100 Tauben getroffen. Dafür, dass das sein erstes Turnier ist, kann man nicht meckern. Thomas hatte schon mehr Turniererfahrung, konnte aber nur 63 Treffer für sich verbuchen. Ich war mit meinen 81 Treffern ganz zufrieden. Eigentlich lag ich damit etwas über meinem Durchschnitt, den ich auf dem Dornsberg sonst so schieße. Das könnte auch daran liegen, dass das Layout nicht ganz so schwer ausgelegt war wie beispielsweise beim Perazzi-Cup. Ernüchternd war die Info, dass Florian Schweizer, der ehem. Deutscher Meister, 98 Tauben getroffen hat – und das mit 103 Schuss.


Tag 2
Da man das Turnier auch nur tageweise buchen konnte, wurde unsere Rotte neu durchgemischt, weil einige vom Vortag nicht mehr anwesend waren. Angelo und Jos Knapen aus Belgien kamen zu uns in die Rotte. Bei den beiden konnte man sich einiges abgucken. Angelo traf am zweiten Tag 95 Tauben und wurde mit den ebenfalls 95 Treffern vom Vortag und insgesamt 190 Treffern unglücklicher Vierter im Gesamtergebnis. Auf den dritten Platz kam Daniel Klumb mit 191 Treffern. Reinhold Winterl kam mit 194 auf den zweiten Platz und Markus Leibinger holte sich den Sieg mit 195 Tauben. Florian Schweizer konnte aus Termingründen nicht am zweiten Tag teilnehmen. Er hätte sicherlich ebenfalls auf den ersten Plätzen mitgemischt.
Rainer gab am zweiten Tag noch mal richtig Gas und schoss sich mit 80 Tauben in seiner Klasse auf Platz 20. 148 Treffer in seinem ersten Turnier war schon sehr ordentlich. Thomas konnte sich auch verbessern und belegte mit 142 Tauben den 32. Platz in seiner Klasse. Ich konnte mit 161 Tauben den 25. Platz belegen.
Bei den Damen holte Lena Weigele mit 169 Treffern vor Susanne Bour mit 165 Treffern den ersten Platz. Bei den Senioren konnte Morten Gram mit 182 Treffern den Sieg in seiner Klasse verbuchen. Was man auf jeden Fall nochmal erwähnen muss ist, dass Johannes Kesselstatt mit 182 Treffern die Juniorenwertung gewann.


Software und Technik
Das ganze Turnier wäre nur halb so spannend gewesen, wenn nicht ein wenig Nervosität mitgeschwungen hätte. Die 206 Wurfmaschinen, die der Dornsberg zu bieten hat, wurden erstmal von der Software „Claymate“ gesteuert, die in dieser Version weltweit zum ersten Mal zum Einsatz kam.
Die Entscheidung, eine neue Software einzusetzen, fiel schon im Mai 2018. Mit der neuen Genehmigung des Schießbetriebs wurde die Auflage gemacht, dass man ein System installieren müsse, das es ermöglicht, von allen Ständen einen Notruf abzusenden. Auf dem Dornsberg ist das nicht mit Mobilfunk möglich, da es bei dieser großen Fläche auch Ecken und Winkel gibt, in denen es keinen Empfang gibt. Somit musste es eine andere Lösung geben.
Promatic hatte die Lösung. Nach sorgfältiger Planung und einigen Sonderwünschen der Dornsberger dauerte die Installation nur eine Woche. Das neue System bietet nun die Möglichkeit, über Funk einen Notruf abzugeben. Betätigt man den Notruf, wird die Anlage auf dem Stand blockiert und es kann kein Schießbetrieb mehr stattfinden. Gleichzeitig geht in der Zentrale eine Meldung ein, dass es einen Notfall gibt und wo er sich befindet.
Dazu kommt die Funktion, dass sich vor dem Schießbetrieb die Standaufsicht per ID-Card am Stand anmelden muss, bevor die Schützen sich mit ihrer ID-Card anmelden. Somit ist immer klar, wer die Standaufsicht hat und wer verantwortlich ist, da alle Anmeldungen zen-tral in einer Datenbank gespeichert werden.
Der Dornsberg ist nun auf allen 24 Ständen mit der Software „Claymate“ ausgestattet. Jedes Gerät kann pro Stand 20 Wurfmaschinen ansteuern. Es gibt auch einen Solo-Modus, falls ein Schütze alleine am Stand ist. Zeitverzögert können Doubletten und auch Simultandoubletten geworfen werden.
Die Software funktionierte an beiden Tagen tadellos und somit kann man sagen, dass der erste Einsatz ein voller Erfolg war.


Text und Fotos: Dominik Allartz/Leibinger