Die vielversprechende Kornschiene vom Flintenschützen Ben Husthwaite

Eye Dominance Rail – Die Lösung bei Augendominanzproblemen

Als Wurfscheibenschütze wird man sich mindestens einmal mit der Augendominanz beschäftigen müssen. Übernimmt z. B. bei einem rechts anschlagenden Schützen auch das rechte Auge wie selbstverständlich die Zielerfassung, bleibt es bei diesem ersten und eine Mal. Ich zähle zu den anderen.

Augendominanz-Test in Kurzform  
– Aufrecht hinstellen
– Mit beiden offenen Augen einen Punkt in gut 3 m Entfernung fixieren
– Die Hand der Anschlagseite heben und mit dem nach oben gestreckten Daumen das Ziel abdecken, dabei weiterhin das Ziel fixieren.
– Jetzt abwechselnd ein Auge schließen und öffnen

Beim dominaten Auge bleibt das Ziel hinter dem Daumen verdeckt

Es gibt viele Lösungsansätze: Vom Umschulen des Anschlags auf die Seite des dominaten Auges über das Abkleben des „falschen“ Auges bis zum Zukneifen desselbigen im Anschlag.
Bisher führe ich einen kleinen diffustransparenten Klebestreifen auf dem linken Glas meiner Schießbrille. Er verhindert die Ziel­erfassung und die Sicht auf das Korn mit dem linken Auge, das rechte Auge wird quasi zur Arbeit gezwungen.

Ist die Eye Dominance Rail nun die Lösung?
Das Funktionsprinzip: Eine seitliche Abdeckung verhindert die Sicht des dominaten Auges auf das Leuchtkorn, nur das Auge direkt hinter dem Korn hat freien Blick. Somit kann mit beiden Augen offen ohne weitere Hilfsmittel geschossen werden.

Unboxing: Die schlichte Verpackung enthält die Eye Dominance Rail, die mit einem Klebestreifen auf die Laufschiene aufgeklebt wird, wo sich noch das normale Leuchtkorn befindet. Soweit ist alles selbsterklärend.

Montage: Das alte Korn muss runter. Hierzu kann der Gang zum Büchsenmacher nötig werden. Mein Korn ist geschraubt und somit schnell selbst entfernt. Vor dem Aufkleben sollte die Schiene entfettet werden. Das gerade Aufsetzen habe ich einmal trocken geübt, bevor ich vom Klebestreifen die Schutzfolie abgezogen habe. Dann Schiene möglichst gerade aufsetzen und fest andrücken.

Der erste Probeanschlag zeigt deutlich die Leistungsfähigkeit der Eye Dominance Rail. Für mein rechtes Auge ist das Korn klar erkennbar, mit links ist es vollständig abgedeckt.

Praxistest: Auf dem Schießstand wird sich die Rail nun beweisen. Zumindest ist dies mein naiver Glaube und ich entferne den Klebestreifen von der Schießbrille. Trap wird geschossen. Nach den ersten Schüssen auf die Wurfscheiben wird mir direkt bewusst: Mein linkes Auge ist unverändert dominant, natürlich, das wird sich nicht unmittelbar ändern. Das Bild beim Verfolgen der Wurfscheibe ist jetzt auch ein anderes, ich habe den Eindruck, das Korn würde springen. Beim Skeet wird mein Problem noch deutlicher, da ich kaum noch Wurfscheiben treffe, egal, wie stark ich mich versuche zu konzentrieren. Vermutlich übernimmt mein linkes Auge nun vollständig die Oberhand, da es nicht mehr abgedeckt ist.

In den weiteren folgenden Runden das gleiche durchwachsene Bild. Gut Ding braucht Zeit.

Am Ende dieses Selbstversuchs frage ich mich: Wie trainiere ich das rechte Auge auf Dominanz um? Sicherlich mit der Eye Dominance Rail und vermutlich sehr viel Geduld.

Text: Thomas Link
Fotos: Dominik Allartz