Das Stufenmodell

Viele Wege führen nach Rom, sagt der Volksmund. Man kann lange Wege beschreiten oder kurze, Umwege machen oder direkt auf sein Ziel zugehen. Es gibt ebenso viele Wege, sich als Flintenschütze zu entwickeln. Ein weiser Mann sagte, wenn man eine Stunde Zeit habe, um einen Baum zu fällen, solle man fünfzig Minuten darauf verwenden, seine Axt zu schärfen. Einen guten Plan zu haben, vermeidet Irrwege. Er spart Zeit und Kosten.

„Do it yourself“

Wenn das Wurftaubenschießen ein aktuelles Thema hat, das großes Aufsehen erregt, dann ist es die zunehmende Beliebtheit der hohen Schienen für Flinten. In erster Linie von Trapschützen adoptiert und in den letzten Jahren von Beretta, Browning, Krieghoff, Guerini, Perazzi usw. zu einer Kunstform entwickelt, wächst die Zahl der hohen-Schienen-Anhänger weiter. Aber während man jetzt verschiedene Schrotflinten mit hoher Schiene als Standard kaufen kann, gibt es jetzt einen noch einfacheren und günstigeren Weg in die Welt der hohen Schienen.

Der Trugschluß
Kaum etwas ist dem Erfolg im Flintenschießen abträglicher als Hektik. Sie entsteht aus dem Gefühl, „keine Zeit“ zu haben. Es beginnen nun wieder die Vorbereitungskurse der Jägerschaften, und so mancher angehende Flintenschütze sieht sich der geheimisvollen Welt des Tontaubenschießens ausgesetzt. Auch unter gestandenen Flintenschützen hat sich hier und dort der Eindruck festgesetzt, dass man beim Flintenschießen „keine Zeit“ habe und deswegen alles ganz schnell gehen müsse. Ein solches Verhalten entwickelt sich nicht selten dann, wenn man als Beginner in „das kalte Wasser“ Trap-Schießen gestoßen wird. Durch das Wegfliegen der Scheibe vom Schützen, durch die sich schnell vergrößernde Distanz wird ein Druck aufgebaut, dass man sich beeilen müsse. „Sonst ist sie weg …“

Besondere Geschichten
So bemerkenswert wie erfreulich ist der hohe und weiter wachsende Anteil von Damen in den Jagdkursen und auf den Schießständen. In unseren ersten beiden besonderen Geschichten über Kämpferinnen „war das Kind schon den Brunnen gefallen“, als eine strategische Lösung in Angriff genommen wurde. Das ist schade. Es wäre aber nur dann vermeidbar gewesen, wenn die Betroffenen ihre Möglichkeiten schon im Vorfeld gekannt hätten. Das wiederum ist naturgemäß selten der Fall – betritt der Beginner im Flintenschießen doch eine bis dahin unbekannte Welt. In der heutigen Geschichte geht es um Viona (Name von der Redaktion geändert), die sich aufgrund glücklicher Umstände von Anfang an auf den geraden, guten und kurzen Weg begeben hat.

Besondere Geschichten

So bemerkenswert wie erfreulich ist der hohe und weiterwachsende Anteil von Damen in den Jagdkursen und auf den Schießständen. Im Teil 1 der besonderen Geschichten über Kämpferinnen ging es um Susana, die ihren Weg zu einem erfolgreichen Flintenschießen gefunden hat. Anders als Susana hat Lena (Name von der Redaktion geändert) ihre Jagdprüfung schon vor mehreren Jahren bestanden. Sie liebt das Flintenschießen auf dem Schießstand und auf der Jagd, obwohl jedem Gebrauch ihrer Flinte schmerzhafte Hämatome großen Ausmaßes an der Wange folgen. Sie hatte schon vieles vergeblich versucht, als wir uns das erste Mal trafen, und trotzdem nicht aufgegeben.

„Selbstladeflinten sind gefährlich“
Wer hat diesen Satz noch nicht gehört? Oder ihn selbst gedacht? Oder gesagt?
Es ist nie zu spät umzudenken …

Blaser F16 für Damen

Es war ein seltener Vormittag, an dem ein Vakuum enstehen wollte. Der Schießstand war gebucht, der Terninkalender geblockt, aber mein Kunde musste unseren Termin verschieben. Den Stand absagen wollte ich nicht. Im Waffenschrank stand seit ein paar Wochen eine Blaser-F16-Damenflinte, die ich schon zu einigen Seminaren mitgenommen, aber noch nicht selbst geschossen hatte. Ein früher, wirklich Lust machender Frühlingstag zog herauf. Sonne, blauer Himmel – ein Tag, wie man ihn sich wünscht. Wohltuende Wärme breitete sich aus. Nach so vielen nasskalten Tagen, die ich in den vergangenen Monaten auf Schießständen verbracht hatte, gab es kein Halten mehr. Hinaus in die Natur!

Die Flinte passt, wenn

In der aktuellen Ausgabe des CPSA-Magazins PULL! stieß ich auf eine Kolumne von Ian Coley mit der Überschrift „GUN FITTING“. Man könnte denken, dass im Mutterland des Flintenschießens das professionelle Anpassen des Schaftes an seinen Besitzer zum guten Ton gehöre und deswegen der weit verbreitete Standardfall sei. Das scheint nicht so zu sein. Denn der Kolumnist beklagt sich darüber, dass GUN FITTING eine „oft vergessene Notwendigkeit“ sei.

Die „Augendominanz“ des Flintenschützen

Unter den Elementen des Flintenschießens gibt es eines, das in besonderem Maße von Mythen, Halbwahrheiten und in die Irre führenden Aussagen umwoben wird. Einem Einsteiger mag der erste Kontakt mit einer Flinte ohnehin wie die Begegnung mit einem großen Geheimnis vorkommen. Aber wenn es um die Augen des Flintenschützen geht und darum, wie sie funktionieren und „was sie mit einem machen“, wird es wirklich mystisch. Den meisten fällt als Antwort nichts anderes ein, als beim Schießen ein Auge zuzukneifen.

„Puhh … der letzte Schuss … jetzt bloß ruhig bleiben und nicht nervös werden. Einfach genauso wie vorhin. Nur noch dieser eine Treffer und ich hab den Sieg in der Tasche … schaffe ich das? Letztes Mal hat es auch nicht geklappt. Die Leute schauen alle und was denken die jetzt, wenn ich wieder vorbeischieße?“ – Wer kennt diese Gedankengänge denn nicht?