Benelli Raffaelo Crio 28 - Damenwahl

Jede Aufgabenstellung kann gelöst werden – davon legt Benelli mit der Raffaelo Crio 28 ein eindrucksvolles Zeugnis ab. Die Rede ist nicht von denjenigen Flintenenthusiasten, deren Schrank voll mit Flinten ist und die nun noch eine für den ultimativen Spaß suchen. Obwohl auch für sie die „Kleine“ aus Italien die Richtige wäre. Nein, es geht um all diejenigen, die sich bisher mit ihrer Bockdoppelflinte mehr oder weniger gequält haben, weil sie, gemessen an ihrem Körperbau, zu schwer, zu sperrig, zu unbeweglich ist und weil der Rückstoß als zu stark empfunden wird. Das sind allen voran die weiblichen Schützen, aber keineswegs nicht nur sie.

Wie die Benelli Cordoba (siehe dieflinte Ausgabe 4/2014) verfügt unsere Testflinte über das Benelli-Inertia-System. Das bedeutet, die Selbstladeflinte funktioniert nach dem Rückstoßladerprinzip, wobei die Steuerung über eine kleine Feder im Verschluss vorgenommen wird. Das wiederum hat zur Folge, dass es keine Teile im vorderen Bereich der Flinte gibt, die für den Ladevorgang oder dessen Regulierung wegen verschiedener Schrotgewichte benötigt würden. Vorne an der Waffe gibt es also außer dem einen, dazu kleinkalibrigen Lauf und dem Vorderschaft kein zusätzliches Gewicht. Der Lauf unserer Testflinte war 66 cm lang, es gibt sie aber sogar mit nur 61 cm langen Läufen. Da als „Visierlinie“ das Stück über dem Verschluss ebenfalls zur Verfügung steht, ist die Gesamtlänge der Schiene auch bei einem 61 cm langen Lauf etwa so lang wie die einer Bockdoppelflinte mit 71 cm Lauflänge. Das wesentliche Gewicht der Flinte befindet sich mit dem Verschluss und den ihn umgebenden Teilen exakt zwischen den Händen des Schützen, was ohne Frage insbesondere für den weniger athletischen Flintenschützen ein deutlicher Vorteil ist, um die Flinte sauber, leicht, elegant und harmonisch bewegen zu können. Da die Crio 28 ohnehin nur ca. 2,4 kg wiegt, ging so mancher Teilnehmerin meiner Flintenseminare ein, im wahrsten Sinne des Wortes, erleichtertes Lächeln über die Lippen, das nach den ersten Schüssen zu einem befreiten und begeisterten Strahlen wurde, weil trotz des geringen Gewichtes der Rückstoß kaum zu spüren ist. Möglich macht das die Kombination aus Kaliber und Waffenkonstruktion.

Die Crio 28 ist so leicht, dass ein ausgewachsener Germane sich zunächst ein wenig auf den Arm genommen fühlt. Der abfällige Gesichtsausdruck weicht sehr bald einem ungläubigen Staunen, wenn auch weit entfernte Traptauben zu Staub pulverisieren. Dafür sorgen neben der Flinte die exzellent schießenden Fiocchi-Schrotpatronen. Die Benelli Raffaelo Crio ist einfach ein unglaubliches Gerät und die Kal.-28-Patrone eine solche mit einer Leistung, die man ihr, ohne vorherige Erfahrungen gemacht zu haben, einfach nicht zutraut. Die Crio 28 kostet 2.698 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). Sie wird in einem Kunststoffkoffer und mit zwei Cryo-Wechselchokes geliefert. Sie kann – wie die Benelli Cordoba – mit wenigen Handgriffen und fast ohne Werkzeug in ihre sämtlichen Bestandteile zerlegt werden und ist deshalb überaus leicht zu reinigen – ein Umstand, der bei einem Selbstlader schon eine gewisse Rolle spielt. 

In meinen Seminaren haben Menschen verschiedenster Statur und Körperbaus von unserem Angebot Gebrauch gemacht, sich mit dem „Flintchen“ einmal zu versuchen. Jeder hatte ersichtlichen Spaß daran, und diejenigen, die in der Tat gerade auf der Suche nach etwas Leichtem waren, nahmen begeistert die Lösung ihres Problems zur Kenntnis. Kräftige Flintensportler müssen natürlich, wie bei jeder leichten Flinte, konzentriert ans Werk gehen, weil das Leichtgewicht schnell übersteuert wird. Das ist jedoch nur eine Frage der Gewohnheit. Vergessen möchte ich nicht all diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen, als Folge eines Unfalls oder einer Operation, der Größe des Rückstoßes und dem Waffengewicht Beachtung schenken müssen. Auch für diesen Personenkreis ist die Benelli eine perfekte Antwort. Im Allgemeinen folgt einem niedrigen Gewicht ein größerer Rückstoß. Benelli zeigt, dass beides gleichzeitig möglich ist: ein niedriges Gewicht und ein geringer Rückstoß. Wenn auch Munition des Kalibers 28 in der Hand eines guten Schützen Erstaunliches leistet, so wäre dennoch meine ultimative Empfehlung die Raffaelo im Kal. 20. Man wäre dann, wenigstens vom Kopf her gesehen, ein wenig mehr auf der sicheren Seite. Es tut auch dem Geldbeutel gut, denn die 28-er-Munition ist teuer. Mit einem Preis von 2.382 Euro für die Flinte spart man auch noch in der Anschaffung. Die 20er gibt es nur mit 66-cm- und 71-cm-Läufen. Ihr Gewicht liegt mit 2,55 kg geringfügig über den 2,4 kg der 28er-Raffaelo. Die Raffaelo Crio ist in allen Kalibern für Schrotvorlagen ab 24 g ausgelegt.

Fazit

Die Benelli Raffaelo Crio ist erste Wahl für alle Damen, die mit ihren Kräften haushalten wollen oder müssen. Schluss mit der Quälerei – es gibt auch für die zartesten unserer Ladys eine exzellente Lösung! Jede(r) darf und kann gut schießen. Für diejenigen, die zwar Kraft im Überfluss besitzen, aber sich eine außergewöhnliche Flinte gönnen wollen, ist das Sportgerät mit dem eingebauten Spaßfaktor das ideale Weihnachtsgeschenk. Der Trend geht ohnehin – mindestens – zur Zweitflinte …


Statements unserer Testschützen

„Direkt nachdem ich die Benelli in die Hand genommen hatte, fiel mir ihr geringes Gewicht und ihre Zierlichkeit auf. Nichts für Männer? Weit gefehlt! Eine saubere Verarbeitung und ein problemloses Laden unterstrichen den positiven Gesamteindruck beim Schießen. Die halbautomatische Flinte liegt angenehm in den Händen und lässt sich gewohnt sicher in den Anschlag bringen. Die Ausbalanciertheit der Bellini trägt hierzu sicherlich einen wesentlichen Teil bei. Auch der Rückstoß ist, wie schon erwartet, fast nicht spürbar. Damit kein Hochschlagen der Laufmündung! Optimal also für ein entspanntes sowie präzises Schießen! Verleugnen kann die kleine Benelli ihren Zweck nicht. Mit ihr werden sich vor allem Schützen, die eine leichte, kleinkalibrige Waffe bevorzugen, schießen wollen. Allen voran Frauen.“
Christian von R. 

„Ist  das noch eine Flinte? Diese Frage stellt man sich zunächst, wenn man die Benelli Raffaello Selbstladeflinte im Kaliber 28 und 66 cm langen Läufen das erste Mal in die Hand und in den Anschlag nimmt. Im Vergleich zu anderen leichteren Selbstladeflinten ist man mit der Benelli Raffaello nochmals in einer ganz anderen Gewichtsklasse. Aber was heißt das für den Schützen? Im ersten Schritt oder besser im ersten Anschlag erst einmal umdenken und den Reset-Knopf drücken. Mit der persönlichen und auch üblichen Anschlagbewegung schießt man erst einmal herrlich vorbei!! Mit dieser SLF muss sich der Schütze auf das geringe Gewicht der Flinte einstellen und seinen Bewegungsablauf kontrolliert darauf anpassen, denn die Flinte entschuldigt kein hastiges oder überrissenes Anschlagen. Hat sich aber der Schütze auf die Gegebenheiten eingestellt, so schießt die Raffaelo mit einer immer wieder erstaunlichen Leistung. Die verwendete Fiocchi-Munition funktionierte tadellos und überzeugte mit ihrer engen Deckung sowie Brechkraft.“
Sven S.


 

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Text: Detlef Riechert
Fotos: Detlef Riechert